Druckschrift 
3 (1840)
Entstehung
Seite
74
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Zucken der Blitze über den schwer und schwarz wogendenWassern des Sees. Lucilla, die jederzeit von den Erschei-nungen in der Natur seltsam und gchcimnissvoll ergriffen,ward, klau,inerte sich bleich und fast zitternd an Gvdol-Phin; jedoch selbst bet ihrer Furcht lag für sie Entzückendarin, ihn, nahe zu sehn, in dessen Liebe allein, wie sieglaubte, Schutz für sie vorhanden wäre. O welche Wonneliegt für das Weib in dem Gedanken ihrer Abhängigkeit!Arme Lucilla!— Dieser Abend war der letzte, den sicjemals mit den, ihr so Znnigthenrcn znbrachte.

Godvlphin blieb länger wach als Lucilla. Als erzu dieser ins Zimmer trat, hatte das Unwetter sich gelegt,und er fand die Geliebte am offnen Fenster, wie sie zu demjetzt Helle» und heiteren Lnfthimmel hinansblickte. Ferntu tiefer Nachtstille krochen die Wasser des Sees, die noch-mals zu Schweigen herabgestimmt worden waren, undspiegelten die feierlichen nnznerticfcnden Sterne zurück.Hinter den Wassern dehnte sich jene Höhcnkerte, deren blo-sse« Nennen zahllose romantische Nückcrinncrnngcn erweckt»die blauen und unklar erscheinenden Gipfel derselben ver-schmolzen in den Lnfthimmel, und über einer der höchstenHöhen stand der unlängst anfgegangene Blond, versilbertedie Fichten am Bergrücken, und warf tiefer hinab eine»langen und doch sanfteren Lichtstrahl auf die Flnth desSccS.

Godolphin näherte sich, ohne es selbst zu wissen, derGeliebten mit leisem, geräuschlosem Schritte. Es liegteine Art von Gottverehrung in der Stille der Natur, wie