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Nase, der feingeschnittsne Mund, das volle, ein Grüb-chen weisende Kinn — der Stempel des Genies ln jedemZuge und jeder Miene: sie Alle trotzten noch der Krank-heit, oder entlehnten vielmehr von der Schauerlichkeitderselben eine nur um so ansdruckvollere Majestät, Nebendem Bette stand ein mit Büchern bunten Charakters be-legter Tisch. Hier ein abstruses System von Finanzbe-rechnnngen; dort ein Bändchen wilder baechanalischerGesänge; hier das kühne Streben in Platos „Phaedpon,"und dort die jüngste Rede irgend eines Grafschaftmitglie-des über die Malzsteuer. Alte Zeitungen uud Flugschrif-ten vervollständigten den intclleetnellen Wirrwarr; undüber diesen ragten, traucrvoll genug, die hohen gespen-stische» Gestalten einer halbgclcerten Arzneiphiole unddes mit seinem Dämpfer behelmten Handlcuchters empor.
Mit leichten Tritten näherte cs sich dem Bette, undvor dem Todtkrankcn stand jetzt ein Mädchen, die unlängstihr dreizehntes Jahr zurückgclegt. haben mvgte. IhreGesichtszüge von hoher, man könnte sagen von königlicherSchönheit, wiesen, ungeachtet der zarten Jugend des Kin-des, sich so völlig entwickelt, wie die einer Zwanzigjähri-gen ; und keine Spur von der Blüthe oder Zartheit deskindlichen Alters konnte auf dem Antlitze wahrgenommenwerden. Ihre Gesichtsfarbe war bleich wie reinweißerMarmor, aber klar und durchsichtig; und ihr rabenschwar-zes, auf eine damals ungewöhnliche Weise gescheiteltesHaar erhöhetc die bildsäuienartige und klassische Wirkungihres edlen Gesichtsausdruckes, der übrigens kalt, gesetzt