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1 (1879) Die linksrheinische Textilindustrie
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II. 2.

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niss verurtheilt. Diese Strafe wurde am 22. Januar 1879 vonder Appellkammer auf zwei Jahre verschärft und die Aber-kennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünfJahren hinzugefügt, der Kaplan sofort in das' Gefängniss ab-geführt. Der Process deckte eine Reihe von Unsittlichkeitenauch bei den Gegnern auf; der Denunciant belastete sich selbstmit der nämlichen widerwärtigen Unzüchtigkeit, deren er Cro-nenberg anklagte; zwei andere Männer wurden wegen nochschlimmerer Verbrechen auf drei, bezw. sechs Jahre Zuchthausverurtheilt. Sollte das Obertribunal nun auch eine Aenderungim Urtheil eintreten lasen, mit dem Führer ist die Parteivernichtet! Das Drama des katholischen Socialismus in Aachenist zu Ende!

Ein tragisches Schicksal schwebt über den Geistlichen,wenn sie sich an die Spitze socialpolitischer Bewegungen stellen,ln Berlin hat ein evangelischer Prediger einen seiner Helfershelferals Spitzbuben entlarvt gesehen, in Aachen ist ein katholischerKaplan wegen zweierlei Vergehen verurtheilt worden, beideBewegungen sind in der öffentlichen Meinung gerichtet. Unddoch, trotz seiner sittlichen Verschuldung, ist der Kaplan oderist der Hofprediger imponirender als socialpolitischer Agitator ?Dieser, in der Nähe des Kaisers, inmitten einer feudalen Ge-sellschaft, unterstützt von der Blüthe der nationalökonomischenWissenschaft, vertrat vor einem Volke, das an selbständigesDenken gewohnt ist, ein starres Christenthum und eine Monarchie,der er nüthigen Falls einen socialpolitischen Staatsstreich zu-zumuthen seinen. Jener, allein, ein einsamer, machtloser,bemisstrauter Kaplan, Glied einer Hierarchie, aus deren straffdisciplinirten Reihen keiner ungestraft heraustritt, Feind einerGesellschaft, die über alles verfügt, was ihm fehlt an Geld-mitteln und geistigen Kräften, Führer eines Volkes, so unwissendund so fanatisch, wie kein anderes, durch die Traditionen seinerFamilie zur Rache an den Jesuiten gedrängt, kirchlich frei-sinniger als seine Glaubensgenossen in der Stadt, verfocht erdemokratische und arbeiterfreundliche Principien und empfahldie religiöse Toleranz. Mancher Zug im katholischen Socialis-mus berührt sympathischer als im evangelischen, man könntefast bedauern, dass sein streitbarer Führer keinen grossemsittlichen Gehalt besass.

Die Todesstunde der sterbenden Partei war die Geburts-stunde einer neuen. Am Abend des 30. Juni wurde der gutenStadt Aachen verkündet, dass fast tausend Stimmen für denprotestantisch-atheistischen Socialdemokraten Bebel abgegebenwaren. Es war diesmal die Noth so drückend, der zarteBreuer konnte nicht genügen und besass das öffentliche Ver-trauen nicht; die geheime Agitation war vorzüglich, in jedeProletarierwohnung wurde der Wahlaufruf getragen, der sogeschickt abgefasst war, dass die Socialdemokraten als einzige

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