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1 (1879) Die linksrheinische Textilindustrie
Entstehung
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Vorwort

Mein hochverehrter Lehrer, Herr Geheimrath Engei in Berlin, hatmeine Studien auf das Gebiet des Gewerbewesens gelenkt. Als ich am1. Juli 1876 nach Deutschland kam, bot er mir in seinem Bureau einegastliche Stätte, übertrug mir die Aufsicht über die damals in Angriff ge-nommene Submissionsstatistik und veranlasste mich, eine Zusammenstellungüber die preussische Fabrikgesetzgebung zu machen. Ganz zufällig kammir hierauf der Gedanke, mich nun auch in der Hausindustrie umzuschauen;aber gar bald merkte ich, dass den gedruckten Quellen so gut wie nichtsüber dieselbe zu entnehmen ist. Ich reiste daher in die rheinischen Industrie-bezirke und sammelte daselbst vom August bis zum October 1877 einigeMaterialien. Bei der Sichtung derselben fand ich freundliche Ermunterungseitens der Herren Professoren Knapp und Schmoller in Strassburg und empfingdurch die durchaus selbständigen und originellen Vorträge des letzterenüber deutsches Gewerbewesen und des ersteren über die socialpolitischenBewegungen in Frankreich und England manchfache Anregung und Förde-rung. Jedoch wies mein Material so erhebliche Lücken auf und ich seihstfühlte das Bedürfniss nach eingehenderer Belehrung so dringend, dass ichj im März 1878 von neuem an den Niederrhein ging und daselbst, mit einer] zweimonatlichen, durch die Weltausstellung in Paris verursachten Unter-brechung, bis zum Winter verblieb.

Der vorliegende erste Theil- der Untersuchungen über die Industrie amNiederrhein beruht zunächst auf dem Studium amtlicher Aktenstücke, derenBenutzung die Präsidenten der königlichen Regierungen zu Düsseldorf undAachen, die Herren von Hagemeister und von Leipziger, mir mit dankens-werther Bereitwilligkeit gestattet haben. Ihrem Vorgänge und ihren Em-pfehlungen entsprechend, hat eine Reihe von Landräthen, Oberbürger-' meistern und Bürgermeistern mir gleichfalls die Einsichtnahme in einzelneAkten erlaubt und mich mit grosser Liebenswürdigkeit über die allgemeinenIndustrieverhältnisse belehrt.

Die grösste Förderung habe ich durch den Umgang mit Männern ausallen Ständen erfahren, welche mir in dankenswerther Weise ihre Kennt-nisse und ihre Zeit zur Verfügung gestellt haben. In Aachen war es be-sonders Herr Regierungs- und Gewerbedepartementsrath B. Göschen, gegen-wärtig Kreishauptmann in Hoya , Hannover), der mir nicht nur gestattet hat,seinen an die königl. Regierung und an den Herrn Handelsminister ge-richteten Bericht über die Lage der Industrie im Regierungsbezirk Aachen,ein mit seltenem Fleisse und ausserordentlicher Gründlichkeit abgefasstes1 Werk, zu benutzen, sondern mich auch mit den Industriellen seines Be-zirkes bekannt gemacht und mir als Begleiter auf seinen Informationsreisennach Eupen, Stolberg, Heinsberg, Erkelenz und Geilenkirchen Gelegenheitgegeben hat, die Zustände auf dem Lande kennen zu lernen. In (Jrefeldwar es der als Politiker und Nationalökonom wohlbekannte Sammetfabrikant,Herr L. Seyffardt, der mir weite Ausblicke über seine Industrie eröffnet,

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