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dass er ein oder zwei Jahre gelernt hätte; vor Ablauf dieserZeit dürfte er nicht selbständiger Meister sein und von Fabri-kanten zu vollem Lohne ausgelohnt werden, nach Ablauf der-selben aber alle Rechte der übrigen Weber haben. Damitwären der ruckweisen und übermässigen Ausdehnung der Pro-duktion, welche für Arbeiter und Fabrikanten wie für die Qua-lität der Waare so verderbenbringend ist, gewisse elastischeSchranken gezogen, ohne einem stetigen Fortschritte der In-dustrie Hindernisse zu bereiten. Der Nutzen eines solchenWebervereins wäre ein so grosser, dass die Betheiligten gerndie Kosten seiner Unterhaltung tragen würden. Nur darf manbei seiner Bildung nie vergessen, dass seine Mitglieder nichtselbständige Handwerksmeister, sondern hausindustrielle Lohn-arbeiter sind, also eine den Fabrikarbeitern wirthschaftlichund social nahestehende Klasse, nur nicht so centralisirt wiediese.
Bei einer derart veränderten Verfassung des Kaufmanns-und Weberstandes wären die Missstände, welche sich aus ihrergrenzenlosen inneren Konkurrenz ergeben, eingeschränkt, einewürdige Vertretung geschaffen, um völlig gleichberechtigt allegemeinsamen wie alle Standesangelegenheiten zu ordnen unddie technischen Leistungen und die eingegangenen Verträge zusichern. Eine solche Organisation würde die Wirkungen derKonjunkturen nicht mehr verschärfen, und wenn diese selbstmit ihren Verheerungen auch nicht vermieden werden könnten,so würden sie in ihren Ursachen und ihrem Verlaufe doch be-kannter und berechenbarer sein.
V. Die Lage der ländlichen Weber.
Crefeld ist eine stille freundliche Stadt; keine Fabrik-schlote, kein hastiges Drängen von Arbeitern, nur lange Schaarenjunger Mädchen wallen Mittags zu den Comptoirs. Die Be-deutung der Industrie kann nicht nach der Grösse der Stadtbemessen werden, obwohl ja auch diese ansehnlich gewachsenist; wohnt die grosse Masse der Weber und deren Hülfspersonendoch auf dem Lande zerstreut. Eine Schilderung ihrer Lageist daher ausserordentlich schwierig, zumal dieselbe je nachden Zonen und den einzelnen Ortschaften eine sehr ver-schiedene ist.
Alle am Anfänge genannten eigentlichen Weberorte sindkeineswegs ackerbautreibende Dörfer, es sind vielmehr Städtchenvon 4000—6000 Einwohnern mit langen Strassenreihen vondicht an einander stehenden, meist zweistöckigen Häusern, und
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