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günstigen Konjunktur jene unglaublichen Gewinne erzielt hatten,wie sie oben ewiihnt worden sind. In der Regel bekümmertensie sich um ihre Arbeiter gar nicht; wenn sie sich rühmten,billig Kartoffeln eingekauft zu haben, so lag das ja gleichfallsin ihrem eigenen Interesse, um die Lebenskosten zu erniedrigen;wenn sie auf Lager arbeiten liessen, so tliaten sie es, um beimEintritte besserer Konjunkturen statt Rohstoffe fertige und zubilligerem Arbeitslohn hergestellte Waaren vorräthig zu haben,für welche sie ja auch in der That im folgenden Jahre gutePreise erhielten. In der Regel liessen die Fabrikanten sichbei der Besprechung der Lage ihrer Arbeiter in Schimpfredenüber dieselben ergehen und bekundeten keineswegs, dass siegeneigt waren, irgend ein Opfer zu ihrer moralischen undphysischen Hebung zu bringen. Stellte der Fabrikinspectorihnen vor, dass ein Arbeiter mit 7—9 Groschen für zwölfstündigeArbeit kaum die nothwendigsten Bedürfnisse bestreiten könnte,so lautete die Antwort in der Regel: „wenn sie mehr erhalten,so versaufen sie mehr“, oder „sie werden üppig“ oder „ver-lieren die Lust zum Arbeiten“. Ein rühmliche Ausnahme machtePönsgen in Gemünd, welche um so mehr anzuerkennen war, alser hohe Frachten für Kohlen und Waaren hatte. In seinerDrahtzieherei erhielt ein Arbeiter durchschnittlich 25 Groschentäglich, in der Eschweiler Drahtkompagnie nur 12% Groschen,wovon nach Erklärung des Directors die Arbeiter leben konnten:bekämen sie mehr, so würden sie ,,mehr verzehren“ und dieArbeit versäumen. Dieselbe Gesellschaft hatte 1857: 20%,1858: 15 % Dividende vertheilt.
III. Die Glanz - und Xothjahre 1870 —1878 D-
Die Glanzzeit, die Krisis und die Noth, -- sie bilden daswelthistorische Drama, anhebend in grossartigster Weise imJahre 1870, den zauberischen Höhepunkt im Jahre 1873 er-reichend und sein Ende findend in Schrecken und Vernichtung.Wer sind die Acteurs, die an demselben mitgewirkt haben?Wie zeigten sie sich dem Spiele gewachsen, zu dessen Tlieil-nahme sie ein Zufall berief? Wie waren sie technisch dazu be-fähigt? Was sind es für wirthschaftliche, was für moralischeEigenschaften, welche sie besitzen?
Fs ist der Arbeiterstand, dem von vielen Seiten die Mit-
J ) Industriebericht von Göschen und Jahresberichte der Handelskam-mer. — Die Tabellen sind sämmtlich oft'icielle und theils dem Werke vonGöschen entnommen, theils von dem thätigen Chef der Armenverwaltung,Herrn Bürgermeister Dubusc, dem tüchtigsten Polizeicommissar des Re-gierungsbezirks, Herrn Möklig, und Herrn Fabrikinspector Bielinski mitdankenswerther Bereitwilligkeit für mich zusammengestellt worden.