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1 (1879) Die linksrheinische Textilindustrie
Entstehung
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I. Das Monopol

und die Entstehung einer Kaufmannschaft.

Die alte Reichs- und Kaiserstadt Aachen ist ein Ort dergrellen Kontraste und des socialen Elends; darum fort aus ihrenengen alten Häusern und dampfenden Fabriken, hinaus durch dieewigen Nebel, mit denen, alles Leben ertödtend, die StolbergerZinkhütte uns zurückscheuchen will, auf die weiten Fluren desJülicher-, Clever- und Gelder-Landes! Hier raucht kein an-derer Schlot als der des heimatlichen Heerdes; hier ruft dieGlocke die Bewohner nie zu anderem Zwecke als zum Gebet ;hier haust auch der gemeine Mann auf angesessenem Erbe,nennt die Wohnung noch sein eigen und bringt das Leben ingesunder Arbeit auf den väterlichen Aeckern und Wiesen hin;hier vielleicht findet das Elend keine Stätte, giebt eskein Proletariat, und diese fruchtbaren Gefilde bleiben von denErdbeben der Industrie verschont.

Doch nur gemach, auch hierhin ist die Industrie gedrun-gen mit ihren Segnungen, aber auch mit ihrer Qual. Ob-wohl äusserlich unbemerkbar, paart sich dem Ackerbau einganz bedeutendes Gewerbe. Von welcher Seite wir uns auchseinem Centrum, Crefeld, nahen mögen, schon in weiter Ferne,vor allem bei Viersen, Dülken, Süchtelen, Grefrath, Kempen,St.-Tönis, Vorst, Anrath, Hüls hält kein Zug, ohne dass nichtDutzende von Männern, mit den Kettstöcken auf dem Rückenund den Beuteln mit Einschussbobinen zur Seite, hinaussprin-gen und den Städtchen und sauberen Dörfern zuschreiten.Folgen wir ihnen durch die grünen Hecken und horchen hin-auf zu den zweistöckigen, rothgedeckten Häuschen, so schallenuns fast allenthalben der Schlag der Lade, das Schnurren desHaspels oder der laute Tritt der Jacquardmaschine entgegen.Verwundert hält der Bauer mit verschossenem Sammetkittelim Pflügen inne, die dem Spulrad entsprungenen Kinder brin-gen das Geklapper ihrer Holzschuhe auf einen Augenblick zur