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sind vielen bekannt und durch zahlreiche Webeschulen, be-sonders durch die städtische verbreitet worden. An den Webernliegt es also nicht, wenn die gemusterten Stoffe in Crefeldkeinen Boden gefunden haben; die Schwierigkeiten, welchesich einer Einführung derselben entgegenstellen, sollen an einemanderen Orte von allgemeineren Gesichtspunkten aus behandeltwerden. )
III. Die Geschichte der Seidenw eher.
Die Lage der Seidenweber war im vorigen Jahrhunderteine gleichmässige und gesicherte. Die wenigen grossen Finnenhatten beträchtliche Kapitalien in ihren eigenen Ilülfsgewerbenstecken und die geschickten Weber waren so selten und un-entbehrlich, dass die Unternehmer an einer fortlaufenden Aus-nutzung ihrer Kapital - und Arbeitskräfte ungemein interessirtwaren; sie fabricirten viel auf Lager und zahlten andauerndLöhne von einer gewissen Höhe; dafür hielten sie sich schad-los am Waarenpreise. Das änderte sich allmählich in unseremJahrhundert: das Absatzgebiet dehnte sich aus, sowohl die
internationale Konkurrenz fremder Länder wie die innere neuetablirter Firmen trat ein und die Waarenpreise begannen zuschwanken und zu sinken; die Fabrikanten, namentlich diejüngerer Firmen, fühlten keinerlei Verpflichtung, ein für siekostspieliges patriarchalisches Verhältniss anzubahnen , siehatten auch nicht die Mittel, viel auf Lager arbeiten zu lassen,sondern beschäftigten die Arbeiter, solange sie einen Vortheildabei fanden, und entliessen sie, wenn die Preise ihnenkeinen Nutzen mehr boten; die Anzahl der geschickten Arbeiterwar schon sehr gewachsen, die Furcht vor ihrer Verführungund dem Verrath der Fabrikgeheimnisse aufgegeben und alleMotive der Rücksichtnahme auf sie geschwunden, — die Ar-beiter sind es, welche nun einen grossen Antheil am Wechselder Konjunktur in Gestalt von Arbeitslosigkeit und erniedrigtemLohn zu tragen bekommen. Dann fallen sie in ihrer Nothder Sorge von Gemeinde und Staat anheim.
Nachdem die ersten wenigen guten Jahre des Rückfallsvon Crefeld an Preussen, wo noch der Westen und schon derOsten seiner Ausfuhr offen standen, verrauscht waren, alssowohl Frankreich wie auch Polen und Russland verschlossenwurden und im Rheinland selbst die Binnenzölle hemmend inden Weg traten, als schlechte Ernten die Preise der Lebens-mittel furchtbar in die Höhe trieben, als das baare Geld zumangeln anfing und die heimischen Märkte von ausländischenWaaren überschwemmt wurden, da wimmelte es von Arbeits-