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1 (1879) Die linksrheinische Textilindustrie
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II. 2.

durch welchen die Arbeiter der Konstantia allmählich wiederzugeführt werden sollen. Er ist der Mann dazu. An sichvöllig unbedeutend und mit der Arbeiterfrage nicht vertraut(ich verstehe von der socialen Frage keine Bohne, lautet seineigner gewählter Ausdruck), weiss er weder, was er will, nochwas er Verschiedenes von den Andern will; er will mit demMunde Alles, in Wirklichkeit nur das, was ihm die Konstantiadictirt. Sein Verein zählte im Sommer 1878 nach eigenenAngaben 600 Mitglieder, nach denen seiner Gegner kaum 150,und auch diese sind wieder in sich zerfallen, z. B. hat derDilettantenbund sich ganz selbständig hingestellt.

Noch hielt Cronenberg den Kopf empor. I)a wurde gegenihn ein Stoss geführt, tief bis ins Herz hinein. Eine Denun-ciation lief ein, zuerst nur dem Gericht und der Polizei bekannt,dann flüsternd von Mund zu Mund gehend, bald schon vertrau-lich in der Weinstube erzählt, endlich aus den Kreisen derEingeweihten in das Volk dringend: Cronenberg hätte sichwidernatürliche Unzucht zu Schulden kommen lassen.

Bei dieser Sachlage wurde die Arbeiterpartei durch dieNeuwahl am 30. Juni 1878 überrascht. Nicht einmal ein eignerKandidat war aufzutreiben, Cronenberg selbst war unmöglich,Laaf krank und Litzinger, der kluge, entschuldigte sich gleich-falls mit Krankheit; man verfiel auf die sonderbarsten Kandi-daturen, um die Liberalen zu gewinnen, doch diese verhieltensich äusserst misstrauisch. Da stellte man in letzter Stundeden Weber Breuer auf, der natürlich keine Autorität unterseinen Standesgenossen besass und nur etwa 800 Stimmen er-hielt. Die katholische Arbeiterpartei war verschwunden!

Man liess den Muth nicht sinken. Gerade jetzt erledigtesich eine lange hingeschleppte Angelegenheit zu Gunsten Cronen-bergs: das Paulushaus wurde am 8. August verkauft und ge-langte in die Hände desselben Mannes, der die erste grosseHypothek an sich gebracht hatte. Das konnte entscheidendwirken. Nur vom Paulushause aus war eine erfolgreicheAgitation möglich; das hatten beide Gegner erkannt und dahergesucht, es an sich zu bringen. Cronenberg hatte gesiegt undhoffte nun, einen Vertrag mit dem Besitzer zu schliessen, wo-nach er persönlich das Haus und die Verpflichtung übernahm,die Gläubiger allmählich zu befriedigen; das letztere wäre dannje nach der Liebenswürdigkeit der Genossen ihm gegenübergeschehen und er hätte ein Mittel in Händen gehabt, auch dieGegner sich gefügig zu erbalten. Zwar musste Teus mit seinemVerein das Lokal räumen; aber der Besitzer war vorsichtig, erwartete die Verhandlungen des. Zuchtpolizeigerichts ab undder Kaplan Cronenberg wurde am 9. November 1878 für diein den Jahren 1873/74 verübten zwei Fälle von Betrug (§. 263)und wegen widernatürlicher Unzucht (§ 175 des R.-St.-G.-B.)zu vier und acht Monaten, zusammen zu einem Jahr Gefäng-