II. 2.
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Vereinen überlassen. Und die Arbeiter mit ihrem erwachendenStandesbewusstsein forderten immer dringender, über die kirch-lichen Fragen nicht die socialen zu vergessen.
Als die Wahlen zum Abgeordnetenhause im Jahre 1873herannahten, forderte eine Adresse mit 2000 Unterschriftendie Konstantia, den Wahlverein der Centrumspartei, auf, heider Auswahl der Kandidaten auf die Wünsche der Arbeiter-bevölkerung Rücksicht zu nehmen. Diese Adresse wurde völligignorirt. Da wurde bei den Reichstagswahlen 1874 und 1875gegen Baudry und nach dessen Tode gegen Biegelehen derKaplan Cronenberg aufgestellt, gelangte aber nicht einmal indie engere Wahl. Gleichviel, die Spaltung war vorhanden.Während in der Crefehl-Gladhacher Gegend die gesammtekatholische Bevölkerung auf der Basis gemeinsamer kirchlicherund socialer Interessen treu und fest zusammensteht, ist in derrein katholischen, grossen Fabrikstadt Aachen der Klassen-gegensatz aufgeplatzt. Die äussere Veranlassung hat die falscheTaktik der Konstantia gegeben, welche fünf Mal nach einanderKandidaten aufstellte, die der Arbeiterschaft, ja sogar demHandwerkerstände missliebig waren. Diese falsche Taktik istvon hervorragenden Parteigenossen scharf getadelt worden, siewird erst verständlich, wenn man die Zusammensetzung derCentrumspartei in beiden erwähnten Gegenden vergleicht. Sieist nicht dort wie hier die gleiche; dort ist sie die katholischeVolkspartei, in Aachen die ultramontane Bourgeoispartei unddie Konstantia ihre Vertretung.
Welche Vorwürfe waren es denn, welche die Konstantiagegen Cronenberg erhob, und durch die sie ihr feindseligesVerhalten motivirte? Zunächst beschuldigte sie den Kaplan,die Vergnügungen im Paulushause zu grossartig gestaltet unddamit den Luxus der Arbeiter künstlich aufgezogen zu haben.In der That, wenn man auch nur von ganzem Herzen damitsympathisiren kann, dass anständige Vergnügungslocale denArbeitern geschaffen werden, wo diese unter Aufsicht vonGeistlichen den Sonntag genussvoll verbringen können, so lässtsich doch nicht verkennen, dass durch jene Theater- undOpernvorstellungen die Forderungen eines einfachen Geschmacksunnatürlich hinaufgeschraubt wurden. Andererseits darf mannicht vergessen, dass damals Massen von Tingel-Tangeln ob-scönster Art in der Stadt eröffnet wurden, zu denen man dieArbeiter getrieben hätte, wenn im Verein nichts Anziehenderesgeboten worden wäre. Ferner hatte man durch Intriguen allerArt Cronenberg die Aufsicht über den Dilettantenbund ge-nommen; dieser hatte sieh selbständig losgelöst und führte,um die Schulden des Paulushauses zu decken, gegen Eintritts-geld für alle Einwohner der Stadt auf, was er wollte. End-lich wurde der Saal zu Hochzeiten. Bällen'und andern Lust-barkeiten an verschiedene Gesellschaften vermiethet. Alle diese