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1 (1879) Die linksrheinische Textilindustrie
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II. 2.

im Lokale ein, die Vorträge und Versammlungen am Montag-lind Dinstag waren sehr besucht, in der Glanzzeit zählte derVerein fast 5000 Mitglieder und der Name Cronenberg schwebteauf Jedermanns Lippen. Dieser eine Mann war eine Macht,welche selbst der Erzbischof von Köln respektiren musste.

Die Socialdemokratie wurde völlig ausgerottet. In Volks-versammlungen zog sie überall den kürzern; wo, wie am12. Januar 1870, in der Tonballe drei Lasalleaner auftraten,wurden sie von den Kaplänen Cronenberg und Laaf nieder-geredet. im Jahre 1877 brachten sie bei der Mahl kaum 5<>Stimmen auf, und noch im Januar 1878 konnte die KölnerFreie Presse schreiben: alles was in Aachen nicht nach christ-lichem Socialismus riecht, ist verpönt. Die liberalen wie diekatholischen Bourgeois schimpften weidlich über die Social-demokraten; kein einziger hatte aber den persönlichen Mutligegen sie aufzutreten, und den Kaplänen, die ihn besassen. fielnaturgemäss die Führung des Volkes zu. Andererseits suchteder Paulusverein auch auf dem Lande Propaganda zu machen,in Eschweiler, in Stolberg und Fupen, wo er 1872 für die aus-gesperrten Arbeiter Partei ergriff und sie mit Geld unterstützte,selbst im holländischen Vaels, wo ihm aber die Jesuiten ent-gegenarbeiteten.

Je grösser der Verein wurde, je häufiger die Arbeiter inder guten Zeit sich zu Versammlungen, Festen, Vorträgen zu-sammenfanden, desto mehr wuchs das Selbstgefühl der Masse,das schlummernde Bewusstsein ihrer Solidarität begann sie zudurchdringen und zu einheitlichem Handeln zu bewegen. Vonnicht zu unterschätzender Bedeutung und von tiefer psycho-logischer Wirkung wurde der damals übliche Vertragsbruch.Nicht nur das erhöhte Verdienst veranlasste zu demselben;mitwirkend war auch das Streben, die alten Fesseln zu lösenund durch oftmaligen Wechsel des Arbeitgebers die alte Ab-hängigkeit nicht mehr aufkommen zu lassen. Das dienstbareVerhältniss wurde dadurch gebrochen und das Selbstgefühl desArbeiterstandes ganz ungemein gehoben.

Da begann der Kulturkampf und damit in kirchlicher, inwirthschaftlicli-socialer und in politischer Hinsicht innerhalbder katholischen Bevölkerung eine Scheidung: zwischen ultra-montanen Bourgeois und socialistischen Arbeitern einzutreten.

Der erste Schritt zur Trennung in kirchlicher Beziehungwurde bei Gelegenheit der Ergebenheitsadresse des Klerusan den Erzbischof am 30. Januar 1873 gethan, in welcher diezukünftigen Massnahmen desselben schon im voraus gutgeheissenwurden. Die Ivapläne Cronenberg und Dr. Litzinger unter-schrieben die Adresse nicht.

In wirthschaftlicli-socialer Hinsicht säumte die Centrums-partei irgend eine Massregel vorzuschlagen, daher wurden dieArbeiter ungeduldig, und Cronenberg begann die Angelegenheit

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