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1 (1879) Die linksrheinische Textilindustrie
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II. 2.

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wart vergessen lehrt gegenüber den zukünftigen ewigen Freudendes Paradieses, dann in wirtschaftlicher Beziehung grössererFleiss und Sparsamkeit, seitens der Kirche aber Almosen undArmensuppen, zu welchen sie durch Stiftungen und Geschenkechristlich gesinnter Reicher in Stand gesetzt wurde. DieArbeiter wurden in Kongregationen wie z. B. den Piusvereinenzusammengefasst, Kapläne traten überall an die Spitze underhielten das Volk in Anhänglichkeit und Abhängigkeit. Daswar die Staats- und Socialweisheit der damaligen Zeit, sie warhei den herrschenden Klassen nicht höher entwickelt als heider Geistlichkeit; allenthalben mangelte es noch an Verständ-niss für eine Erziehung des Arbeiterstandes.

Da war es im Jahre 1863, als Döllinger und 1864 vorallem der Bischof Ketteier von Mainz das Interesse der Geist-lichkeit für die sociale Frage erweckten und im Anschluss andas genossenschaftliche Princip und Lassalle'sche Ideen eineBewegung einleiteten, welche sich unaufhaltsam in allen Konse-quenzen ausprägen wird. Diese vereinzelten Anregungen ge-wannen Kontinuität durch die Monatsschrift derChristlich-socialen Blätter, welche im Jahre 1868 in Aachen gegründetund später vom Kaplan Schings übernommen wurde. Seitdemist dieselbe das Organ der für Arbeiter Verhältnisse sich inter-essirenden höheren Geistlichkeit und katholischen Bourgeoisiegeblieben, im Volke selbst und namentlich in Aachen abergar nicht verbreitet.

Tiefgreifender als die Presse wirkten die christlich-socialenVereine. Es waren dies theils Genossenschaften, theils Vereinezur sittlichen und geistigen Hebung der Arbeiter, von Kaplänenim Geiste der Bourgeoisie geleitet. Anders in Aachen. Hiergründete im Jahre 1869 den Paulusverein der Kaplan EduardCronenberg, ein Mann, durch Begabung und höhere Bildung,Energie und volkstümliche Beredtsamkeit, Ehrgeiz, Schlau-heit und rücksichtslose Verfolgung seiner Zwecke dazu berufen,der Führer der ersten selbständigen Arbeiterbewegung inAachen zu werden. Der Ausgangspunkt seines Vereins schienanfangs der nämliche wie derjenige aller übrigen: belehrendeVorträge und unentgeltliche Unterrichtsstunden fanden statt,Verstorbene wurden mit der Vereinsfahne zu Grabe geleitetund Messen für sie gelesen, innerhalb des Vereins wurdennach BerufenErwerbsgemeinden und bei den Enqueten desReichskanzleramtes Ausschüsse gebildet, welche umfangreichesMaterial geliefert haben. Unabhängig vom Verein gründeteCronenberg eine Baugenossenschaft, um Wohnungen für dieArbeiter herzustellen. Das erste Gebäude war das Paulushausmit einem weiten Saale für 4000 Personen, in welchem sichder Paulusverein, der Sänger- und der Dilettantenhund etablirten.Zu den grossartigen Festen, den dramatischen und Opern-vorstellungen am Sonntag fanden sich Bürger aus allen Berufen