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1 (1879) Die linksrheinische Textilindustrie
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II. 2.

eine bewusste und zweckverfolgende Bewegung, den Arbeiternkamen die leitenden Ideen nicht zum Bewusstsein.

Die sociale Bewegung, welche nach der Devolution inGang kam, hatte ihren Ausgangspunkt nicht im Arbeiterstande,.sondern in der niedersten Klasse des Bürgerthums, welche sichdurch die moderne wirthschaftliche und sociale Entwicklungbedroht sah, im Handwerkerstände. Der Gewerbeverein undspäter der Gewerberath strebten eine korporative Organisationdesselben an, aber verlassen und ignorirt von Liberalen undKlerikalen wie von der Regierung erzielten sie keine Resultateund lösten sich iin Jahre 1860 auf; die socialen Bestrebungendes Handwerks als Stand nahmen ihr Ende. Ein bleibendesVerdienst hat der Gewerberath sich erworben durch seineenergische Agitation für die Einführung der gewerblichen Unter-stützungskassen. Die Fabrikanten sträubten sich aufs iiusserstegegen die Vollstreckung des Gesetzes, welches ihnen neueLasten (ein Drittel der Beiträge) auferlegte und machten ihreArbeiter aufsässig gegen die ihnen zugewandte Wohlthat. ZweiJahre lang vermochten sie die Sache hinzuziehen, bis endlichvon Berlin aus ein Statut oktroyirt und 1856 vom Bürger-meister verkündet wurde. Die Aufregung der Masse war eineausserordentliche, auf dem Kapuzinergraben wogte das Volkauf und ab, es zog vor des Bürgermeisters 'Wohnung, dasMilitär war konsignirt. Zum Glück blieb die Ruhe gewahrt.Nur durch unnachsichtige Anwendung des Gesetzes gelang es,die Fabrikanten zu zwingen, welche durch allerhand Manöverdasselbe zu umgehen suchten und noch heute umgehen.

Der Arbeiterstand blieb in den 1860er Jahren die frühereeinsichtslose Masse ohne andere wirthschaftliche Herren alsdie Fabrikanten und ohne andere geistige Führer als dieGeistlichen. Die letzteren waren aufgewachsen in den Tradi-tionen der guten alten frommen Zeit, sie waren ausschliesslichSeelsorger, für welche nur eine religiöse Frage existirte: denArbeiter in den Himmel zu bringen; war dieser gesichert, sokonnte während der Pilgerfahrt auf Erden das kurze Elendschon ertragen werden. Namentlich die höhere Geistlichkeitund die Pastoren standen dem Volke fern; waren sie dochmit den herrschenden Klassen verwandt und unterhielten leb-hafte gesellige Beziehungen zu denselben. Eine solche Stimmungerhielt sich traditionell, indem geborene Aachener in ihreVaterstadt versetzt wurden oder nach ihrer Verabschiedungwieder dahin zogen und als Einheimische grossen Einfluss ge-wannen. Die jüngeren Kapläne und die Landgeistlichkeithatten zwar mehr Berührungspunkte mit dem Volke, besassenaber auf den Gang der Ereignisse keinen Einfluss und durftengegen den Willen der Vorgesetzten Behörden nichts unter-nehmen. Als Massnahmen gegen das Elend galten in ersterReihe erhöhte Religiosität, welche die irdische Noth der Gegen-