II. 2.
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erwachsenen Kindern wohnten im eigenen Häuschen, hattenGarten und Kartoffelland, auf ihren Stühlen arbeiteten einpaar Gehülfen, sie waren Arbeitgeber, — das Ziel der Bourgeoisschien erreicht. Ausserdem widerfuhr der Socialdemokratie dasUnglück, dass einige ihrer Agitatoren an anderen Orten Redenabweichender Tendenz hielten. Kurz, es gerieth einerseits dieSocialdemokratie durch Schuld ihrer Führer in Misscredit, ande-rerseits ein Theil des Weberstandes in eine Entwicklung, derenZiel eine Art selbständigen Kleinbürgerthums war. Doch hättealles dieses die Socialdemokratie noch nicht vernichtet.
Da trat mit dem Kulturkampf ein neues Princip für dieParteibildung auf; die Weber mussten Stellung nehmen in einerbisher neutralen Frage.
Der bisherige sociale Gegensatz zwischen Fabrikanten undArbeitern blieb bestehen, ein neuer kirchlicher Gegensatz vonLiberalen und Klerikalen trat hinzu. In dem Kampfe zwischenLiberalen und Socialdemokraten war die Geistlichkeit mehroder weniger neutral geblieben; hatte sie doch keine Veran-lassung für die protestantischen und antiklerikalen Liberalensich zu erwärmen und musste sie doch vorsichtig den von Judenund Atheisten geleiteten Revolutionären gegenüber sein. Nunaber begann ein Kampf gegen die Geistlichkeit selbst, siemusste heraustreten aus ihrer Reserve und sich Stützen suchen.Wo fand sie dieselben? Es erwies sich, dass in Crefeld ohneAusnahme und in Gladbach in der Mehrzahl die FabrikantenProtestanten oder antiklerikale Katholiken waren, von diesenwar also nichts zu erwarten. Es musste sich die Geistlichkeitder andern Klasse zuwenden; diese wurde gebildet durch dasVolk, die Arbeiter, die Weber. Erwägt man die erstaunlicheund imposante Macht des katholischen Klerus über seinegläubigen Bekenner, so wird es verständlich, wie jetzt bei denaufs Höchste gespannten Anstrengungen der Einfluss auf dasVolk ein noch grösserer wurde, indem er es aufforderte, fürsein Theuerstes, die heilige Religion und die Gewissensfreiheit,einzutreten.
Es muss dahingestellt bleiben, ob der kirchliche Gegen-satz allein genügt hätte, das Volk dauernd an die Geistlichkeitzu fesseln; zufällig traf in jener Gegend der kirchliche mitdem socialen Gegensatz zusammen. In dem Lager der liberalenPartei sammelten sich alle Protestanten und freisinnigenKatholiken; den Ton und die Direktion gaben aber die Fabri-kanten vermöge ihres Reichthums, ihrer Bildung und ihressocialen Einflusses an. Die liberale Partei erschien als Ver-einigung der Fabrikanten und Antiklerikalen, die Centrums-partei als Vereinigung der Arbeiter und des Klerus. Mehr alsjemals wurden die Geistlichen als Feinde der liberalen Fabri-kanten zurückgeworfen auf das Volk, mehr als früher nähertensie sich persönlich den Webern. Der Kaplan ist der einzige,