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1 (1879) Die linksrheinische Textilindustrie
Entstehung
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der Arbeiter liesse sich den Gewerkschaften die Kontrolle derKinderbeschäftigung als staatliche Funktion auferlegen.

Aber seihst wenn die Gesundheit der Kinder durch Be-wegung in freier Luft und ihre Schulbildung durch regelmässigenUnterricht gehoben werden, so ist damit doch nur ein geringerTheil der allgemeinen Erziehung erreicht; es bedarf einertechnischen und wirtschaftlichen, socialen und politischen,sittlichen und religiösen Bildung. Da das religiöse Lehen inder katholischen Bevölkerung ein so ausserordentlich ent-wickeltes ist, so würde jeder Bildungsversuch, der nicht aufder Basis der Religion und mit Hülfe ihrer Diener vorgenom-men würde, ein vergeblicher sein und an den bestehendenThatsachen scheitern. Daher ist es in erster Reihe die Geist-lichkeit, die in Folge ihrer angesehenen Stellung, ihres un-geheuren Einflusses und ihres zahlreichen Personals zur Ein-wirkung auf die Arbeiterklasse berufen ist. Leider steht die-selbe noch nicht auf der Höhe ihrer Aufgabe. Die ältereGeneration ist in manchesterliehen Traditionen aufgewachsenund bekümmert sich um die specitischen Arbeiterverhältnissefast gar nicht; die Seelsorge und die Amtsverrichtungen neh-men in kirchlicher, die eventuelle Opposition gegen die Staats-gesetze in politisclier Hinsicht ihre Thätigkeit in Anspruch;die jüngere Geistlichkeit beweist zwar ein regeres Interesseund bringt allen auf das Wohl der Arbeitei' gerichteten Be-strebungen gewisse Sympathieen entgegen, ein Theil derselbenbeginnt sieb sogar als Vorkämpfer der berechtigten Ansprüchedes Arbeiterstandes aufzuwerfen, indessen muss man abwarten,inwieweit ihr Auftreten nur ein politisches Agitationsmittel istoder inwieweit sie Thatkraft genug besitzt, um nicht nurdurch Reden, sondern auch durch Handlungen an der socialenReform theilzunehmen. Jedoch selbst unter all diesen Reservenmuss man anerkennen, dass die katholische Geistlichkeit Be-deutendes geleistet hat, verglichen mit den protestantischenPastoren z. B. auf dem rechten Rheinufer und mit den übrigenStänden im eigenen Lande. Wo findet sich sonst ein Beruf,der soviel Verständniss, soviel Herz und soviel Kontakt mitder arbeitenden Klasse hat?

Die Einwirkung der Geistlichkeit kann theils im persön-lichen Umgänge, theils iii Vereinen stattfinden. Mit Recht be-merkt der thätige Kaplan Dr. Norrenberg in Viersen, dasssolche Vereine keineswegs' den Geistlichen eine neue Last auf-erlegen, vielmehr ihnen die Seelsorge erleichtern, wenn mannämlich unter der Erleichterung der Seelsorge nicht eine Ver-minderung des Arbeitspensums, sondern leichtere Ueberwin-dung der der Seelsorge im Wege stehenden Hindernisse unddie Lösung der ihr gestellten Aufgaben versteht. Es giebtzwei Arheiterinnenvereine; der eine in Gladbach seit 1869vom Kaplan Liesen, der andere in Viersen seit 1876 vom