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1 (1879) Die linksrheinische Textilindustrie
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II. 2.

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gebildeten Verwaltungsbeamten ist gewiss dankenswerth undes handelt sich nun darum, diese Techniker in den Beamten-organismus einzugliedern, ohne die polizeiliche Kontrolle derKinderbesch'aftiguug zu schwächen. Die gegenwärtige Unter-stellung des Inspektors unter das Regierungskollegium ist ganzunhaltbar; derselbe hat in einer Reihe gewerblicher Angelegen-heiten mit Regierungsräthen zu konkurriren, ist denselben abernicht koordinirt und muss sich allerhand Eingriffe eines indiesen Dingen unerfahrenen oder missgünstigen Ratlies gefallenlassen. Oder es kann gar bei gewissen politischen Konstella-tionen sein Eifer ungnädig aufgenommen und ihm in den ge-hobenen Arm gefallen werden. Der sachverständige Technikermuss auf jeden Eall selbständig hingestellt werden. Das kannauf dreierlei Weise geschehen: entweder wird er als Rath demKollegium einverleibt, oder er wird direkt dem Ministeriumoder einem Reichsamt unterstellt. Der erstere Vorschlagscheint mir der zweckmässigste; der neue Rath hätte dannals Decernent für alle technisch-polizeilichen Angelegenheitendes Gewerbe- und Arbeiterwesens zu fungiren. wie für dasKoncessionswesen, den Schutz von Gesundheit und Leben, dieDurchführung der Schutzgesetze für den jugendlichen Arbeiter,des Ilaftpttichtgesetzes etc.; ein anderer Regierungsrath würdedie juristisch-nationalökonomische, ein dritter die medicinal-polizeiliche Seite des Gewerbewesens bearbeiten; in Gegendenmit gering entwickelter Industrie würde für eine ganze Pro-vinz ein 'Techniker genügen. Die eigentlich polizeiliche Ueber-wachung der Kinderbeschäftigung müsste Suhinspektoren über-tragen werden, ein oder zwei niederen Polizeiofftcianten imBezirke, welche häutig in ihren Revieren wechseln müssten,um Bestechungen zu vermeiden; dieselben würden unter dasRegierungskollegium ressortiren. Eine völlig wirksame Kon-trolle wird jedoch erst dann erreicht werden, wenn dereinstArbeiterkammern gebildet sind, die vertrauliche Anzeigen vonUebertretungen der Regierung übermitteln; einstweilen ver-sehen einzelne Socialdemokraten, wie bereits bemerkt, dieseDienste.

Wichtiger noch als eine Organisation der Fabrikinspektionerscheint mir die Reform des Schulwesens. Wenn die Kinderunter 14 Jahren nicht mehr als sechs Stunden am Tage ar-beiten dürfen, so müssen sie während der andern Hälfte desTages beschäftigt werden, sonst werden sie zu Mi'issiggängernund verwildern. Bei dem Besuch der gegenwärtigen Schulentritt aber die nämliche Demoralisation ein, denn bei nur zweiKlassen lernen die Kinder vier Jahre lang das Gleiche, ver-geuden in unverantwortlicher Weise die Zeit, werden unauf-merksam, hören nur mit halben Sinnen zu, fassen einen Wider-willen gegen die Schule, kommen auf allerlei dumme Streicheund entziehen ihren Eltern einen grossen Theil ihrer Ein-

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