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II. 2.
bei der grossen Indifferenz der meisten andern Verwaltungsorganedoch noch etwas zu Gunsten der Kinder erreicht worden ist. DieSchulverwaltung, eine der Lichtseiten preussischer Administra-tion, begann schon frühzeitig ihre Aufmerksamkeit den schul-pflichtigen Fabrikkindern zuzuwenden; im Jahre 1839 interessirtesie die Fabrikanten an der Errichtung von Fabrikschulen, in-dem diese dann von dem Nachweise befreit wurden, dass ihrejugendlichen Arbeiter einen dreijährigen Schulunterricht genossenhätten. Die Fabrikanten Hessen hei dieser Einrichtung dieKinder zwölf und mehr Stunden arbeiten und schickten siedann besten Falls noch in die Schule, wo sie dann in Friedenentschlummerten. Das Gesetz vom 10. Mai 1853 forderte da-her bis zum vierzehnten Lebensjahr einen dreistündigen täg-lichen Unterricht, wobei die Fabrikanten nicht mein- ihreRechnung fanden und ihre Schulen eingehen Hessen. Ob dieKinder etwas lernten, war den Fabrikanten in der Regel ganzeinerlei. Charakteristisch ist der Ausspruch eines ergrautenFabrikanten, welchem der Inspektor vorstellte, dass es ihmdoch Nutzen bringen könnte, wenn die Kinder sittlicher undehrlicher würden: „Ach, mir schafft das doch keinen Vortheilmehr; ich gebe mein Geschäft nach drei bis vier Jahren auf!“Vom Standpunkt des kalkulirenden Kaufmanns ein unanfecht-barer Ausspruch.
Der Einfluss der Fabrikanten zeigte sich auch in derstädtischen Verwaltung. Das Schulkomitö in Aachen mit denFabrikherrn an der Spitze widersetzte sich nicht nur der Ein-führung von Fabrikschulen, sondern petitionirte sogar um Auf-hebung des Gesetzes. Es existirten daher viel zu wenigSchulen, die vorhandenen waren überfüllt und hatten nur einbis zwei Klassen, so dass die Kinder jahrelang dasselbe hörten,ohne neue geistige Nahrung zu sich zu nehmen. Die katho-lischen Geistlichen konfirmirten die Kinder zu früh, dispensirtensie dann vom ferneren Schulbesuch und führten die ihnen zu-stehende Schulaufsicht höchst nachlässig aus. Die Elternihrerseits sahen die Kinder in den schlechten Zeiten nurzwecklos ihre Zeit in der Schule vergeuden und wollten fürdiese Quälerei kein Schulgeld zahlen, oder sie sahen die Kindersich auf der Strasse herumtreiben, ohne etwas zu verdienen.Trotz dieser allseitigen Schwierigkeiten gelang es der Verwal-tung immer mehr, die schulpflichtigen Kinder zum Unterrichtheranzuziehen.
Am meisten fühlten sich die Spinner durch diese Erfolgebeengt; sie verloren ihre wichtigsten sechs- bis zwölfjährigenArbeiter in der Handspinnerei und dieser Verlust, welcher dieVerwendung älterer Arbeiter nach sich zog, wirkte bedeutendbeim Ucbergange zur mechanischen Spinnerei mit. Die Fabri-kanten erklärten vollkommen sachkennerisch, dass die Ein-haltung der vorgeschriebenen Arbeits- und Mussezeit, sollte