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1 (1879) Die linksrheinische Textilindustrie
Entstehung
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sie hei den Kindern durchgeführt werden, sich auch unwill-kürlich auf die Frauen und Mädchen miterstrecken würde, dasie hei der ausgedehnten Arbeitsteilung sich in die Händearbeiteten; sie wollten daher loyal auf die Kinder unter zwölfJahren verzichten, falls man gämmtliche Beschränkungen fürdie älteren Kinder aufhöhe. Zu gleicher Zeit begannen dieGladbacher Fabrikanten eine Agitation gegen die Winderei-und Webereibesitzer in der Seidenindustrie, welche unter fin-girten Lehrverträgen die Kinder von Morgens früh bis Abendsspät beschäftigten. Als alles dieses nichts fruchtete und derInspektor Piper im Jahre 1858 energisch Zugriff, da erhobsich ein Sturm von Petitionen aus den Spinnereibezirken wieAachen, Burtscheid. Hupen, Stolberg, Gladbach, welche imJahre 1859 vom Abgeordnetenhause sogar der Regierung zurBerücksichtigung überwiesen wurden, jedoch keine weiterenFolgen nach sich zogen, als dass die Kontrolle eine milderewurde. Der Standpunkt der Fabrikanten kennzeichnet sicham besten durch die Worte des Jahresberichts der Han-delskammer von Aachen für 1854:Von dem Schulzwange undder Beschränkung der Arbeitszeit für die jugendlichen Arbeiterbefürchten wir am meisten eine schädliche Einwirkung aufdie Zustände der unteren Volksklassen. (S. 17.)

Im letzten Jahrzehnt haben sicli die Verhältnisse bedeu-tend günstiger gestaltet. Die wesentlichste Verbesserung hatin baulicher und gesundheitlicher Hinsicht stattgefunden. Früherwurde im Bauwesen überhaupt der sanitäre Gesichtspunkt ver-nachlässigt und die älteren Fabriken sind vielfach nicht schlechterals Kranken- und Wohlthätigkeitsanstalten, Kasernen und Schulen.Diese alten Gebäude sind meist aufgegeben, die neueren mitviel Rücksichtnahme auf Gesundheit und Schutz des Lebensder Arbeiter eingerichtet worden, die Shedbauten haben nichtnur in der Weberei, sondern auch in der Spinnerei Verbrei-tung gefunden und die in der Glanzzeit entstandenen Fabrikensind sogar luxuriös ausgestattet. Der Fortschritt gegenüberden alten Handspinnereien, diesem Heerde von Siechthum undSittenverwilderung, ist unverkennbar. Auch der Hauswebereigegenüber bilden z. B. die Gladbacher Fabriken eine Ver-besserung in gesundheitlicher Beziehung; die Haltung desKörpers und die Arbeitsverrichtung sind weniger schädlich,die Arbeitsräume gewiss nicht dumpfer. Aber auch diese mo-dernen Errungenschaften fangen an, sehr zweifelhaft zu wer-den. Abgesehen davon, dass zum Theil die Arbeiter selbstvon den Verbesserungen z. B. der Ventilation keinen Gebrauchmachen und lieber die dicke schwüle Luft als einen leisenZugwind in dem heissen Raume ertragen, wird das durch dieRentabilität bedingte Aneinanderrücken der Maschinen in älterenEtablissements in gesundheitlicher Beziehung bereits sehr be-drohlich. Den grössten Gegensatz gegen das junge Gladbach