gründet und ihre Leitung angetreten hat, nicht so sehr seinertechnischen und kaufmännischen Eigenschaften wegen, als weiler dem Haupterforderniss, dem Kapitalbesitz, genügte. Istaber einmal die Kapitalanlage gemacht , so stellt sie sich fastunabhängig von ihm hin und beherrscht ihn durch sein Strebennach ihrer möglichsten Ausnutzung fast vollständig. Zunächstenthält sie den steten Drang nach Ausdehnung. Wird dochvon derselben eine grössere Ausnutzung der Anlagen und Ein-richtungen, die Ermässigung der (leneralspesen und die fort-schreitende Aneignung der neuesten und besteiPMaschinen unddadurch die volle Konkurrenzfähigkeit bedingt. Die einmaligeFabrikanlage wird auf lange Zeit hinaus ein Sporn, die Rein-erträge eines Jahres immer wieder zur Erhöhung der Renta-bilität einzuschiessen und damit das in der Industrie angelegteVolkskapital zu vermehren, als dessen Depositar der Fabrikanterscheint. Diese kapitalbildende Thätigkeit ist eine seinervolkswirtschaftlichen Aufgaben und indem er ihr mit Treueund Redlichkeit nachkommt, trägt er zu dem wirtschaftlichenRuhme seines Vaterlandes bei. Wie beim handwerksmässigenund hausindustriellen Betriebe die höchste Produktivität da-durch erzielt wird, dass der wichtigste Produktionsfaktor, dieArbeitskraft, den Meistern frei und und unbeschränkt angehört,so wird der heim Fabrikbetriebe wichtigste Produktionsfaktor,die Kapitalanlage, am energischsten ausgenützt und vermehrt,wenn sie im Privateigenthum des Fabrikanten steht. Beimhausindustriellen System ist für den Fabrikanten das Betriebs-,beim Fabriksystem das Anlagekapital das wesentliche; dortspielt der Arbeitslohn, hier die Kapitalverzinsung die Haupt-rolle. Daraus erklärt sich das verschiedene Verhalten beiKrisen.
Fand beim hausindustriellen Betriebe der Fabrikant keinenAbsatz, so wurden die Weber einfach entlassen; was aus ihnenwurde, galt ihm ziemlich gleich; besass er doch selbst nurein kleines Betriebskapital, welches er nicht in gefahrvolle undunrentable Unternehmungen stecken wollte, sondern lieberliegen liess oder in sicheren Papieren zeitweilig anlegte. Dieerwähnte Erhöhung des Garnzolles im Jahre 1880, welche denSpinnereien einen unvollkommenen Schutz auf Kosten derWeberei gewährte, verbunden mit anderen Ursachen brachtenes dahin, dass in der Gladbacher Gegend von den früher fürdas Ausland beschäftigten 6—7000 Webstühlen nur noch 1000bis 1500 im Gange blieben, der Arbeitslohn in kurzer Zeit um50 Procent und für einige Artikel noch tiefer sank und ausser-dem eine grosse Zahl von bisher für das Inland beschäftigtenArbeitern ebenfalls entlassen werden musste. 1 ) Auch die altenIlaudspinnereien erforderten noch wenig Kapitalanlage und
1 ) Busch a. a. O. S. 9.