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beurtheilen und welche sie dem überseeischen Korrespondenteneinsenden, der sich dann ihrer zum Verkauf der Waaren be-dient. In Folge der unerklärlich billigen Preise derbeigischenKonkurrenz wurde nun im Jahre 1868 ermittelt, dass die dor-tigen Fabrikanten, selbst die von geschäftlicher Bedeutung erstenRanges, in die Waaren z. B. bis zu 40 Proeent weniger Garneinschlugen als in die Muster und dass nur das obere Endedes Stückes einigermassen mit dem Muster übereinstimmte.Dieser verwerfliche Gebrauch fand auch in Gladbach Nach-ahmung.
Der Krebsschaden der Gladbacher Industrie ist das all-gemein übliche ganz masslose Verschlechtern der Qualitäten.Sobald ein Fabrikant einen Artikel mit Glück aufgegriffen hat,kommt ein anderer hinter ihm her. verändert die Fäden,macht das Gewebe etwas leichter und bietet das Zeug stattihr 2 Mark um 1.80 Mark an. Der Kunde sieht den Stoff,er ähnelt dem andern vollkommen, und damit sein Nachbarihn nicht billiger verkaufe, nimmt er ihn. Nach ein paar Mo-naten kommt ein dritter, der das Zeug etwas schmäler ge-macht hat und es für 1.60 Mark verkauft, dann ein fernerer, derunechte Farben genommen, einer, der die Appretur verändert,endlich einer, der wer weiss was für eine neue Verschlechterungersonnen hat, ja es kommt sogar vor, dass der Eine vom An-dern sich ein Muster verschafft und dasselbe zu billigeremPreise anbieten lässt, ohne zu wissen, ob und wie er zu dem-selben wird liefern können. Nach Verlauf einiger Zeit ist derArtikel auf 1 Mark herabgedrückt. Jetzt wird der Kundestutzig; er merkt, dass der Artikel nichts mehr werth ist undkauft ihn nicht mehr. Nun wird ein anderer Artikel vor-genommen und in Folge der Konkurrenz der Fabrikanten untereinander und der Unwissenheit der Kunden in kurzer Fristwieder so heruntergebracht, dass er unverkäuflich wird. Voneiner Standesehre, welche eine Waare in gewisser Güte undzu gewissem Preise festhält, ist keine Rede; die Industrie istnoch jung, eine Specialisirung existirt noch nicht und Jeder-mann macht, was vorkommt. Das ist in Elboeuf und Sedanganz anders; dort hat der Fabrikant seine Specialität, sie seieine gute oder mittlere Sorte je nach Tüchtigkeit und Aus-wahl des Fabrikanten, aber es ist seine Specialität, welche erzu verbessern trachtet, an welcher er festhält und die er zufesten Preisen durch den Kommissionär verkauft; daneben hater auch andere schlechtere Sorten, welche er auf Verlangenvorlegt. Das Geschäft ist hier viel solider; in der jungenFabrikstadt Gladbach fehlt aber beides: die soliden alten Ge-schäftssitten wie die neuen technischen Kenntnisse.
Der Fabrikant ist drittens Kapitalist; aus der Rücksicht-nahme auf sein Kapital enthüllen sich fast alle Beweggründeseines Handelns. Der Kapitalist ist es, der die Fabrik ge-