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wurde die gesummte Zunftverwaltung scheel angesehen undbald unrühmlich vergessen und aufgelöst. Uebrigens magauch die stete Anwesenheit eines Fabrikanten die Entstehungeines kräftigen korporativen Geistes gehindert haben.
Auf dem Principe freier Vereinigung basirte die im vorigenJahrzehnt entstandene Weber-Union, rvelche zeitweise auf demlinken Ith ei nufer bis zu 1800 Mitglieder gezählt hat. DieTendenzen dieses Vereins schwankten je nach der Persönlich-keit des augenblicklichen Leiters, doch suchten die Social-demokraten die Oberhand zu gewinnen. Da trat im Jahre1872 mit der Bildung neuer Parteiverhältnisse eine Spaltungein, das socialdemokratische Uebergewicht wmrde beseitigt undes blieben 400 Mitglieder. Der Verein besitzt eine Kasse, inwelche die Mitglieder bis zu 75 Mark Einlagen machen dürfen.Dadurch ist bis zum Jahre 1877 das Vereinsvermögen auf7500 Mark angewachsen und es trat an die Union die Frageheran, wie sie das Kapital verzinsen sollte. Sie begann ihrenMitgliedern billige Kohlen zu verschaffen, dann ging sie zumAnkauf von Kartoffeln, Erbsen und Bohnen über und erzielteeine um so erklecklichere Dividende, als die Mitglieder anländliche Arbeiter verkaufen, welche sonst den Detaillisten dieübertriebensten Preise zahlen müssen. So ist der Verein indas ruhige Fahrwasser eines Konsumvereins gerathen, hat einenspäter näher zu charakterisirenden geselligen Klub gegründetund verfolgt als ideales Ziel die Gründung einer Produktiv-genossenschaft.
Ueber die Chancen der letzteren sich auszulassen, erscheintfast überflüssig. Wenn irgend ein Gewerbe, so erfordert dieSeidenindustrie kaufmännischen Unternehmungsgeist und ener-gische Leitung in hohem Grade. Eine Genossenschaft würdesich die erforderliche straffe Organisation mit kühner Initiativenicht geben können; sie würde ihren Beamten entweder zuviel Vollmacht und damit zu viel Gelegenheit zu gefahrvollemRisiko geben, oder sie würde deren Initiative zu sehr einschränkenund mit geringeren Löhnen arbeiten müssen als die anderenFirmen und dadurch die Unzufriedenheit ihrer Mitglieder er-regen. In Viersen hat man mit einem Kapital von 75000 Markeinen Versuch gemacht, derselbe ist aber gescheitert.
Einheitlich handelnd sind die Weher nicht aufgetreten.Als im Jahre 1872 die Löhne reducirt wurden, fand eine Ver-sammlung von Webern aus Crefeld, Viersen und Anrath inletzterem Orte statt; das Resultat war der Beschluss, die Fa-brikanten um Fortzahlung des Lohnes zu „bitten“. Wo späterAufforderungen seitens der Weber an die Fabrikanten er-gingen, sich persönlich mit den Arbeitern über weitere Lohn-reduktionen in’s Benehmen zu setzen, fanden sie seitens derSocialdemokraten statt und wurden von nur drei Fabrikanten
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