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losigkeit vieler Weber führen. Es gilt daher einen Kompro-miss zwischen den schwankenden Waarenpreisen und den be-rechtigten Lohnforderungen der Weher. Der Kernpunkt ihrerForderungen ist denn auch ein paritätisches Einigungsamt,welches gerecht die beiderseitigen Ansprüche abwägt und ge-meinsam die Löhne festsetzt. Wogegen sie sich sträuben, dasist die gegenwärtige einseitige und rücksichtslose Octroiirungder reducirtesten Löhne; sie wollen ein Wort mitzuredenhaben bei der Vertheilung des von ihnen erarbeiteten Pro-ductionsex'trages. Nichts ist berechtigter als diese Forderung.Wenn man die Weber an allen möglichen politischen Wahlentheilnelnnen lässt, wie viel mehr müssen sie sich nicht reifund befähigt glauben, ihre Meinung darüber abzugeben, welchenAntheil von dem Wertlie, der zu einem, ja oft zu zwei Dritteldurch ihrer Hände Arbeit entsteht, sie für ihren Lebensunterhaltunentbehrlich halten. Die blosse Existenz einer gemischtenKommission besässe schon den grössten moralischen Einfluss,sie würde extreme Lohnschwankungen verhüten und über die-selben eine gewisse Kontrolle führen können; sie wäre diemächtigste Stütze der grossen Kaufleute gegen die übertrie-benen, ihnen oftmals Schaden bringenden Lohnerniedrigungenseitens der kleineren Konkurrenten.
Ueber die Wirksamkeit eines freiwilligen Einigungsamtesdarf man sich keinerlei Illusionen hingeben, wenn die Depu-taten des Weberstandes nicht zugleich im Stande sind, ihrenForderungen auch Thaten folgen zu lassen. Die Liebermachtder Crefeider Fabrikanten kann nur durch eine wohlorganisirteund wohlgeleitete Macht der Weber gebrochen werden. Vonprivatwirthschaftlichen Berechnungen in ihren geschäftlichenSpeculationen geleitet, werden die Fabrikanten aus freienStücken weder eine Kommission in’s Leben rufen, welche einHemmniss für ihre Interessen und ein Mittel für Erniedrigungihres Einkommens wäre, noch die Forderungen von Deputateneiner vorübergehend versammelten Wählerschaft respectiren,wenn sie nicht gezwungen werden durch eine Machtentfaltung,und zwar eine dauernde und organisirte Machtenfaltung inumfassendster Weise.
Diese Machtentfaltung hat bisher nur ganz formlos statt-gefunden; bei Krisen wie 1828 und 1848 rotteten sich dieWeber zusammen und erreichten durch Fensterein werfen dieEtablirung von Lohnlisten; beide Male waren sie nicht imStande, ihren Forderungen auf die Dauer Nachdruck zu ver-leihen; beide Male erholten die Fabrikanten sich rasch vonihrem Schrecken und nahmen das alte System wieder auf. Inähnlich formloser Weise nehmen die Weber an der steigendenKonjunktur tlieil und zwar nicht durch offenen Kampf, sonderndurch versteckten Guerillakrieg, durch Fortlaufen von einemFabrikanten zum andern um ein paar Pfennige und durch