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wendung gelangen; daraus folgt, dass der Sammet während dereinen Hälfte des Jahres für die Bedürfnisse des anderen aufLager gearbeitet wird und der Fabrikant darauf angewiesenist, Durchschnittspreise zu fordern. Herrscht in Rohseide, Web-lohn und Begehr eine Haussebewegung, deren Stillstand nochnicht abzusehen ist, so ist der Seidenwmarenhändler gern bereit,erhöhte Preise zu zahlen; tritt aber ein Rückschlag ein, soanticipirt der Konsum die Baisse und will das System derDurchschnittspreise, das ihm beim Aufschlag zu Gute gekom-men, in keiner Weise mehr anerkennen. Dadurch wird derAbsatz erschwert, und ein Sporn zu noch weiterem Drückender Produktionskosten und des Arbeitslohnes gegeben.
Von weittragendstem Einfluss auf den Gang einer Krisiswird das Verhalten der Kaufleute. Die grossen alten Firmensind an einer Stabilität der Waarenpreise ungemein interessirt.Die Natur ihrer Stapelartikel bringt es mit sich, dass sie immergrosse Lagerbestände haben, oft im Betrage von ein bis dreiMillionen Mark. Da die Waarenpreise sich nach den letztenHerstellungskosten richten, so beschleunigt selbstverständlicheine Erniedrigung der Arbeitslöhne auch die Baissebewegungder Waarenpreise, und wenn diese um 5—10 Procent sinken,entw r erthet auch leicht das gesammte Waarenlager um 20,50 und mehr tausend Mark. Den grossen Firmen sind daherein unmerkliches Sinken der Rohseidenpreise und Arbeitslöhne,verbunden mit einem Steigen der Nachfrage, am liebsten; dieSelbsterhaltung treibt sie aber, die Arbeits- und Waarenpreisevor plötzlichem Fallen und sich selbst damit vor einer Expro-priirung ihres Vermögens ohne Schadenersatz zu bewahren.
Umgekehrt die jungen Häuser. Durch keine Rücksichtenauf ein Lager gebunden und bei Krisen vor die Alternativegestellt: entweder zu falliren oder sich Bestellungen um jedenPreis zu verschaffen, um ihrem Banquier Deckung geben zukönnen, entscheidet bei ihnen der Selbsterhaltungstrieb regel-mässig für das letztere. Sie reisen spät nach der Saison nachLondon, übernehmen Bestellungen zu den lächerlichsten Preisen,kommen dann nach Hause und setzen, wie es neulich geschehen,den Weblohn auf einen Ruck um 16 Procent herunter. DieWeber müssen sich allen Bedingungen fügen, die grossenHäuser schränken ja überhaupt die Produktion ein und diekleinen Leute behaupten das Feld. Nun beginnt die allgemeineDeroute: die Waarenpreise sinken, die Löhne fallen, die Lager-bestände entwerthen, die grossen Kaufleute sind ausser sichund verzweifelt rief der Chef einer der grössten Firmen überein junges, nach obiger Art operirendes Haus aus: „Gebenwir einem jeden der beiden Associös 10000 Thaler jährlich,so stehen wir uns besser, als wenn sie uns die Preise auf demLondoner Markte verderben.“ Oder aber solche Fabrikanten