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1 (1879) Die linksrheinische Textilindustrie
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II. 2.

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dieser wandelnden Schatten zu zeigen. Solche Männer erfülltes dann mit Hass und Bitterkeit, wenn sie ihren Handels-kannner-Präsidenten zum Kaiser das stolze Wort reden hören:Wir sind gebeupt, nicht gebrochen! 0

Bei Krisen tritt der Unterschied zwischen hausindustriellemund Fabrikbetriebe deutlich hervor. Bei der gegenwärtigenOrganisation der Weberei und Winderei werden die Wande-rungen so gut wie vermieden, der Weber bleibt in seinemHeimathsorte, inmitten seiner früheren Lebensverhältnisse,vielleicht seinem alten Gewerbe noch nicht ganz entrissen, undbewahrt sich die Leichtigkeit des Ueberganges von der neuenBeschäftigung zur früheren durch Erhaltung dessen, was imGrossen wie im Kleinen so wichtig ist, der Konnexion. Beimehreren Webstühlen finden Frau und Töchter schon eherBeschäftigung in Garten und Feld und auch im Hause durchAusbessern und Erbalten derjenigen Stücke, welche in gutenZeiten schon bei Seite gelegt waren und nun doch wiederschätzbar genug erscheinen. Die Kinder können jetzt in dieSchule und dort das Versäumte nachholen; Frauen und Kindersind leichter zu ernähren als ein arbeitsloser Mann und ihrFeiern hat nicht die gleichen socialpolitischen Gefahren. AndereArbeiter suchen in verwandten Branchen der Textilindustrieein Unterkommen, freilich zum grossen Missvergnügen derFabrikanten, denn namentlich in den früheren Jahren liess sichden Crefeldern nicht der Vorwurf ersparen, dass sie ihr Mög-lichstes gethan, um Alleinherrscher mit ihrer Industrie zubleiben und nicht in ungeeigneten Augenblicken den Lohn-beeinflussungen seitens anderer Gewerbe zu unterliegen. In-dess in dem Masse, als die Arbeiter mit ganzer Schwere dieFolgen der Krisen zu tragen bekommen, können sich die ein-sichtsvollen Fabrikanten dem periodischen Elend nicht ver-schliessen und suchen nun auch nach anderen Industrieen fin-den Ort, um diesen ihre Ueberproduktion an Arbeitern zuzu-führen und damit die Armenlast zu erleichtern.

Gar zu leicht darf man sich das Unterkommen des Webersin anderen Beschäftigungen nicht denken; gerade seine Sess-haftigkeit hindert ihn an der Beweglichkeit, als heimathloserWeltbürger bald hier bald dort die extrahohen Löhne zu er-haschen. Die Arbeit auf dem Felde ist ihm zu schwer, er

') Die Weber würden weniger erbittert sein, wenn ihnen der Zu-sammenhang bekannt wäre, in welchem jener Ausspruch gethan wurde.Die Vertreter der Kohlen- und Eisenindustrie hatten zuvor durch ihreKlagen den Kaiser günstig für ihre Schutzzollbestrebungen zu stimmengesucht, der Crefelder Handelskammer-Präsident aber, in der Ueherzeugung,dass die schlechte Konjunktur in seiner Industrie unmöglich aus demallgemeinen Säckel aufgebessert werden könnte, antwortete auf die Frage:in welcher Lage sich denn die Fabrikanten seines Bezirkes befänden? mitdem geflügelten Worte: Wir sind gebeugt, nicht gebrochen!

Forseitungen (7) IT. 2. Thun 1.

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