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wollene Hosenzeuge und Biber wurde ein besonderer Satznormirt; zudem wurden die Behörden angewiesen, gemäss den§§ 49 und 71 der Gewerbeordnung bei der Koncessionirungsolcher Factoren ihre Zuverlässigkeit zu prüfen x ).
Factoren, und zwar jetzt mit festem Gehalt, haben sichhauptsächlich nur noch in entfernten Gegenden erhalten. Diegrossen Factoreien von Elberfeld für Orleansgewebe gingennach Entstehung mechanischer Fabriken ein, an vielen kleinenOrten etablirten sich selbständige Kaufleute; der Ausbau derIndustriebahn in unserem Jahrzehnt ermöglicht den Webernpersönlich das fertige Stück zu überbringen. Obwohl er einenhalben Arbeitstag verliert, lässt auch der ärmste Weber inViersen sich die Fahrt nach Crefeld die zwölf Groschen kosten,weil über viele Fehler im Stück durch persönliche Rückspracheleicht ein Ausgleich stattfindet, für welche sonst Abzüge ge-macht würden. Für die entfernter wohnenden Weber sindz. B. in Lobberich, Breyel, Grefrath Liefertage eingerichtet,an denen ein oder zwei Mal im Monat ein Associe, Prokuristoder Kommis der Firma die Gewebe entgegen nimmt und be-urtheilt. In die ganz entlegenen sogen. Kolonieen kommen nurBoten, welche neue Ketten und Kämme mitbringen und diefertige Waare in die Stadt fahren, wo sie beurtheilt wird undfür welche der Bote in der nächsten Woche das Geld mit-bringt. Aus der äussersten Zone, wo die versprengten Weberdie Anlage einer Factorei nicht lohnen, senden sie ihre Stückemit der Post nach Crefeld.
Eine technisch controllirende Besichtigung der Gewebeauf dem Stuhl findet durch den Werkmeister statt und dieserhat grossen Einfluss darauf, ob der Weber überhaupt Arbeitund ob er eine lohnende (z. B. gute statt verbrannter Ketten,gemusterte Stoffe statt Sammet) erhält. Daher wird er beiguter Laune erhalten; der Tag der Besichtigung ist ein Tagder Tractamente, manches Huhn, Schinken, Eier wandern um-sonst oder zu halben Preisen in seine Küche. Ja sogar dasFactorenunwesen, wobei in schlechten Zeiten namentlich von denverschuldeten Webern grössere Provisionen erpresst werden,kommt noch vereinzelt vor und ich selbst bin einem schiel-äugigen, fuchsrothen Wucherer in einem Dorfe des KreisesErkelenz auf die Schliche gekommen. Zum Tlieil liegt dieSchuld an den Fabrikanten, welche kein Auge für die Miss-brauche ihrer Beamten haben, zum grossen Tlieil an denWebern selbst, welche sich dergleichen gefallen lassen. —
Eng mit den Geschicken ihrer Meister verknüpft sind dieder Gesellen. Bis zum Jahre 1848 waren die ersteren nur dieAufseher über die auf den Webstühlen der Fabrikanten arbeiten-den Gesellen; hiefür wie für die Benutzung ihrer Wohnräume
') Königl. Regierung zu Düsseldorf, Acta I. III. 9. 7.