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Die verhältnissmässig stärkste Zunahme der Kaufmann-schaft fällt in die 1840er Jahre und trifft mit der Entstehungder Lohnanstalten zusammen; zu gleicher Zeit hörten fast alleälteren Firmen zu existiren auf. Sie fanden ihr Geschäft nichtmehr lohnend genug und das hatte seinen Grund darin, dasssie bei ihren alten Gewohnheiten verharrten und daher vonenergischeren Anfängern überflügelt wurden. Die Firma vonder Leyen nahm sich zwar einen Jüngern Associö und suchtefrisches Blut in die alten Adern zu bringen, es gelang ihrauch zeitweise ganz gut, aber bald kam die frühere Autokratiedes Chefs wieder zum Vorschein. Die von der Leyen, dieFloh, die Ileydweiler und Andere gaben ihr Geschäft auf,und es ist ein volkswirthschaftliches Verdienst der jüngerenHäuser, die Crefelder Industrie zu neuer Blüthe gebracht zuhaben. Wie verschieden war der Geist, der beide beseelte!Bei den Verhandlungen über die Webeschule im Jahre 1839erklärten die düngen sich für die Gründung derselben, indemsie sie als zweckmässig für eine bessere und gründlichere Aus-bildung angehender Fabrikanten und nach grösserer Vervoll-kommnung strebender Weber erkannten; die Alten dagegenbefürchteten, dass die durch eine langjährige Erfahrung unddurch bedeutende Kosten angeeigneten Vortheile in der Webereidann Gemeingut Aller werden und allenthalben Konkurrenz-unternehmungen bei billigeren Löhnen entstehen würden; dieWeber verstünden ihr Handwerk hinlänglich und würden durchden Besuch der Schule sich nur zu höheren Dingen berufenglauben. Man sieht, das Salz war dumm geworden. DieseAltersschwäche tritt bei den meisten Firmen in gewissenPerioden ein. Der unternehmungslustige Vater arbeitet sichempor, der Sohn hält das Geschäft auf der Höhe, der Enkelgeniesst die Bildung eines einjährig Freiwilligen, sitzt einpaar Jahre auf dem Comptoir und macht Reisen in fremdenLändern, aber er lernt oftmals nicht mehr tüchtig arbeitenund wird bei seinem Reichthum später zu vornehm, das Unter-nehmen mit Aufmerksamkeit seihst zu leiten; er zieht sichdaher in eine angenehme Stadt als arbeitsloser Rentner zurück,bis endlich nach Zersplitterung des Vermögens seine Nach-kommen den Kampf ums Dasein mit energischer Arbeit wiederaufnehmen müssen.
Auf den jungen Häusern ruht daher die Zukunft der In-dustrie; gegründet werden sie gewöhnlich von einem Kommisim Verein mit einem Werkmeister; dieser leitet die technischeFabrikation, jener den kaufmännischen Vertrieb; beide habensie nur geringe Ersparnisse und arbeiten hauptsächlich mitfremdem Kapital. Bei einem solchen Geschäfte treten nunhäufig alle Nachtheile eines kleinen und kleinlichen Betriebeshervor, und dieser ist darauf angewiesen, einerseits am Betriebs-kapital soviel als möglich zu sparen, anderseits durch he-
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