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1 (1879) Die linksrheinische Textilindustrie
Entstehung
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und namentlich seitens einer Actiengesellschaft 18551861 in| Crefeld völlig fehlgeschlagen. Die letztere Anstalt prosperirte

I I nur so lange, als die asiatischen Seiden in grossen Mengen

eingeführt und verarbeitet wurden; auch soll sie technischnicht richtig geleitet worden sein.

Der auflebende Verkehr mit Rohseide liess den Missstandimmer heftiger empfinden, dass ihr effectives Gewicht im Pri-vatwege so schwer zu ermitteln ist. Die Seide ist ja in weithöherem Grade hygroskopisch als die anderen Gespinnste, in-dem sie dem Feuchtigkeitszustande der umgebenden Luft sehrrasch folgt und damit an Gewicht bis zu 80 Procent zunehmenkann, ohne eigentliche Nässe zu zeigen. Diese Eigenthiimlich-keit hat schon früh eine unparteiische Institution nothwendiggemacht, welche das Handelsgewicht auf Wunsch der Käuferbestimmte; so entstand zuerst im Jahre 1759 die Seidentrock-nungsanstalt zu Turin. In Crefeld und Elberfeld hatten diebedeutendsten Fabrikanten ihre eigene Kondition und suchtensich mit den Verkäufern zu verständigen, so gut es ging; inletzterer Stadt bestand auch eine private Anstalt, welche je-doch wenig benutzt wurde. Endlich am 14. Oct. 1844 wur-den für beide Städte Actiengesellschaften sanctionirt, welcheunter öffentlicher Kontrolle stehen und durch ein vereidetesPersonal verwaltet werden; aus jedem Ballen werden Probe-g stränge gezogen, eine bestimmte Zeit hindurch getrocknet und1 auf Grund dessen unter Hinzurechnung von 11 Procent zu-I lässiger Feuchtigkeit das Handelsgewicht der angemeldeten!\ Menge roher Seide bestimmt. J )

Eine förmliche Verfälschung des Gewichts begann seitens

3 der Chinesen, als diese in Folge der Raupenkrankheit seit; 1859 ihr Product sehr gesucht sahen, und erreichte in England

«: einen solchen Umfang, dass vorsichtige Fabrikanten sich von

3 dem Vorhandensein einer Erschwerung und ihrem Grade durch;j eine sachverständige Untersuchung zu überzeugen genöthigt^ sahen; durch die Veröffentlichung der Resultate von Ent-H Schälungen und Abkochungen hat die Anstalt dem PublikumI schätzbare Winke gegeben. Seit dem 28. Mai 1862 übernahm? sie die Nettoverwiegung der Ballen und ihre Verpackung; siei prüft ferner die Elasticität des Fadens, wieviel Gewicht er| nämlich tragen kann und wie stark er ist; auch untersuchti sie durch Auseinanderdrehen, wie häufig die Zwirnung auf| einen halben Meter stattgefunden hat. Seit dem 8. Septemberji 1859 wurde ihr endlich die Titrirung übertragen, d. h. die] Feststellung des Gewichtes einer Fadenlänge von 400 franzö-\ sischen Ellen; die Bemühungen der Anstalt, einen internatio-| nalen Titre nach metrischem System zu vereinbaren, wurde

I ') v. Müllmann: Statist, d. R. B. Düss. II. S. 632 und die Jahresbe-

richte des verdienstvollen Directors Lose.