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warb im Jahre 1668 das Bürgerrecht in Crefeld. x ) Er warein Kaufmann, welcher neben Leinen, Nürnberger Tand, Hanfund Aehnlichem auch Rohseide führte, welche er in Köln färbenliess, und Näh- und Stickseide, welche er aus Holland bezog;und zwar war es zum grössten Theile nur ein Kommissions-geschäft für Crefelder, Amsterdamer und andere Häuser, wel-ches er betrieb. Daneben wurden schon in den 1670er JahrenGallons, ein Jahrzehnt später auch Sammetbänder gewebt;einer der Söhne legte eine Seidenzwirnerei, ein anderes Brüder-paar eine Sammetfabrik an, welche mit dem älteren Seiden-stoffgeschäft verschmolzen wurde. So wuchs die Kapitalmachtheran, welche zu einer weiteren Ausdehnung der Industrienöthig war. Vor Allem galt es, die ausserhalb gelegenenHülfsgewerbe auch in Crefeld zu etabliren. Die im Jahre1724 gegründete Färberei vermochte zwar noch nicht alleFarben herzustellen, doch selbst sie wurde bald zu eng undaus der Stadt, wo das Grundwasser fünf Meter tief liegt, indas nahe Alt-Leyenthal verlegt, wo das Wasser offen in Gräbenzu Tage tritt, in denen die Färber nach Erinnerung alterLeute im Sommer und Winter die Seidenstränge gespült haben.Die Industrie nahm um diese Zeit einen solchen Aufschwung,dass die Regierung der Stadt Crefeld, wenn sie noch zwanzigJahre in solchem Flor bliebe, die Prognose stellte, dass sie„ein so grosses Renommö von Handel und Kaufmannschaft habenwürde, wie die allerberühmtesten Kauf- und Handelsstädte inganz D eutschl and. “ * 2 )
Die vorbereitenden Arbeiten wie Winden und Ketten-scheren fanden im Fabrikgebäude statt; als der Umfang derGeschäfte anwuchs, genügte aber der Raum für das Windennicht mehr, und es wurde in die Wohnungen der Arbeiter ver-legt. Die Hauptarbeit, das Weben, war von Anfang an häus-liche Beschäftigung; die Firma stellte bei eintretendem Be-dürfnis einen Webstuhl neu in der Wohnung des Meisters auf,ihm wurden dann Gesellen zugetheilt, für deren Beaufsichtigunger einen Antheil am Weblohn erhielt. Bei günstiger Konjunkturwurden einige Gesellen zu Meistern, Lehrlinge zu Gesellen er-hoben, neue Lehrlinge herangezogen; bei schlechtem Geschäfts-gänge wurde der fünfte, vierte, dritte Stuhl bei den grösserenMeistern stillgesetzt und ihnen die Arbeitszeit bestimmt; eineKontrolle war in dem Städtchen (von 866 Einwohnern im Jahre1722 und 5928 in 1787) leicht auszuüben. Entlassen oder gar
’) Keussen: Geschichte der Stadt Crefeld (1865), mit einer vortrefflichenGewerkegeschichte auf S. 455—503 nach den Geschäftsbüchern der Familievon der Leyen.
2 ) Düsseldorfer Staatsarchiv: Acta betreffend das Fürstenthum Mors,No. 123. Ueber die Beschaffenheit desselben 1725.