2. II.
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Mark mein- pro Woche als ein Maschinen-Tuchweber und dieserebensoviel mehr als ein Handweber. Trotz dieses mit wach-senden Schwierigkeiten fallenden Verdienstes und trotz dermit dem Uebergange von der einen zur andern Arbeitsweiseverbundenen neuen Lehrzeit von 1—2 Monaten streben dieWeber dennoch danach, diese Uebergange zu vollziehen, w’eildie Zulassung zur Handweberei als höchste Qualification vonden dortigen Arbeitern angesehen wird. Als Hausweber brauchenendlich die altgewordenen Arbeiter nicht in die Fabrik zu gehenund führen daheim ein bequemeres Leben.
Den Ruhm Aachens macht eigentlich die Appretur aus, diein ihren zahlreichen Branchen oft mehr Fabrikarbeiter beschäftigtals die Weberei; in einem mir bekannten grossen Etablissementwaren z. B. von 300 Arbeitern 85 in der ersteren und 80 inder letzteren thiitig. In der Rauherei beginnen die Knabenmit dem An- und Ablegen der Kratzen und dem Stellen derMaschinen, nach 5 —6 Jahren haben sie ihr Handwerk erlernt;rascher, vielleicht schon nach 3—4 Jahren, geht es in derTuchschererei. Das Walken erfordert besonders tüchtige Ar-beiter; hier kommt es manchmal vor, dass ihnen plötzlich nachzwanzig Jahren das Gefühl verloren geht und sie nicht mehrdazu gebraucht werden können.
Als weit weniger genügend wird die technische Tüchtigkeitin solchen Gewerben geschildert, welche überhaupt erst seitkürzerer Zeit in der Gegend betrieben werden, wie z. B. inder Hüttenindustrie, und solchen andern Industrieen, welchezwar seit langer Zeit eingebürgert sind, aber eine neue Technikanwenden; so werden vor allem in der Feinspinnerei Klagenüber Mangel an Sorgsamkeit und Geschicklichkeit laut. Hierbeginnen die Kinder ihre Laufbahn als Reserve der Faden-kinder, denen sie zwei bis drei Wochen lang das Zusammen-knüpfen der gebrochenen Fäden absehen; dann werden sie selbstFadenkinder, über die der Spinnmeister, welcher von Zeit zuZeit die Maschine auf den nöthigen Feinheitsgrad stellt, dieAufsicht führt. Wenn das Kind so viel Kraft hat, dass es eineWalze heben kann, kommt es an die Droussette und bleibtentweder nun in der Spinnerei oder es geht nach einiger Zeitzum Kettenscheren und Schlichten oder zum Weben über.
Die technische Tüchtigkeit beruht je länger je mehr beimFabrikbetriebe auf zufälliger Ausbildung. Die Kinder werdenbeim Eintritt in die Fabrik an irgend eine leichte Arbeit gestellt:eine Reihe derselben bleibt dann auf diesem Posten stehen, bisdie Eltern vielleicht auf den guten Einfall gerathen, auch etwasWeiteres für die fernere Ausbildung ihres Kindes zu tliun, unddasselbe in eine andere Werkstätte der Fabrik übersiedeln.Alles das ist jedoch Zufall, und es bleibt der Lernbegier desKindes überlassen, sich Kenntnisse und Geschicklichkeiten ohneAnleitung selbst zu erwerben. Der Fabrikant will durch das