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forderungen veranlasst; in einer Fabrik beantragten die Arbeiterdie Entlassung eines missliebigen Werkmeisters; in einer andernweigerten sie sich, auf die Verlängerung der Arbeitszeit umeine Stunde einzugelien. Bei der Untersuchung der Arbeits-einstellungen gelang es nicht, den Nachweis zu führen, dassdieselben verabredete gewesen waren; die Arbeiter wurden frei-gesprochen, und die Strikes begannen von neuem. Weit gross-artiger gestaltete sich die Arbeiteraussperrung im Jahre 1872.Damals hatten die Weber einer Fabrik eine Lohnerhöhunggefordert, waren aber barsch abgewiesen worden und hattendaher die Arbeit eingestellt. Da dieselben von ihren Genossenunterstützt wurden, fürchteten die Fabrikanten, dass das Spielvon 1850 wieder angehen würde und sie alle nacheinander zuLohnerhöhungen gezwungen werden würden. Daher vereinigtensie sich und sperrten sämmtliche Weber so lange aus, bisfünfzig derselben in der ersteren Fabrik sich wieder eingefundenhätten. So rasch wirkte aber der Hunger nicht auf die 4 bis5000 Köpfe; sie erhielten Unterstützung aus der Umgegend;der christlich-sociale Arbeiterverein in Aachen ergriff lebhaftPartei für seine Mitbrüder, und aus Belgien bot die InternationaleGeldmittel an, welche aber abgewiesen wurden. Endlich wurdeein Ausgleich gefunden.
In den übrigen linksrheinischen Städten haben keine be-deutenden Strikes der Textilarbeiter sattgefunden. In Glad-bach waren die Pioniere des neuen Kampfesmittels im Jahre1868 die Färbergesellen, die ihren Strike aber nicht einmalvöllig zu Stande brachten; im October 1871 wurde in mehrerenSpinnereien und Webereien die Arbeit eingestellt, aber dieFabrikanten nahmen eine feste Haltung an, andere Fabrikennahmen die Feiernden nicht auf, und in ein paar Tagen kehrtensie zur Arbeit zurück. In Crefeld stellten im Jahre 1872 dieGesellen in verschiedenen grösseren Färbereien die Arbeit ein;in der einen bot die Veranlassung dazu das Widerstrebengegen einige Punkte der Fabrikordnung, in der andern dasVerlangen, dass auch für die in die Woche fallenden FeiertageBezahlung geleistet werden solle. Die Arbeitgeber waren untersich nicht einig, und unter dem Drängen der Kaufleute, dassihnen gegenüber die Verbindlichkeit zur Ablieferung der ge-färbten Rohseide erfüllt werde, gaben sie nach. In Aachenwaren es einzig die Maschinenbauer, welche, 400—500 an derZahl, im Juli 1872 einen längeren Strike machten, welcher zueinem Vergleich mit den Fabrikanten führte.
Die Aachener Arbeiter sind sehr gegen die Strikes ein-genommen, theils weil dem schwächlichen und feigen Volkejedes Gemeingefühl, jeder Korporationsgeist fehlt, theils weilsie einsehen, dass sie ohne eine feste Organisation und ohnegrosse Reservemittel keine Forderung zu ihren Gunsten durch-setzen können, theils weil die Geistlichkeit die Arbeitseinstei-
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