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II. 2.
aller verhassten Maassnahmen die Wutli des Volkes auf sichgezogen hatte. Jedoch gelang es ihrem Besitzer, das Unheilvon seinen Maschinen ah- und der Maschinenbauanstalt vonCockerell zuzuwälzen, welche zerstört wurde. Diese Aus-schreitungen hatten wenigstens das Gute, dass sie die allgemeineAufmerksamkeit auf jene heillosen Zustände lenkten. In seltenerUebereinstimmung schlugen Handelskammer, Gewerbegericht(also die Fabrikanten selbst) und die Bezirksregierung eineVerordnung betreffend das Waarenzahlen, die Lohnabzüge,die Bussen und die plötzliche Lohnherabsetzung vor, und dieletztere erklärte sehr zutreffend: die Arbeiter ständen schutzlosder Ausbeutung gegenüber und es handle sich darum, derWillkür und Habsucht einzelner Fabrikunternehmei- gegen ihreArbeiter Schranken zu setzen und das Vertrauen der arbeiten-den Klasse auf den Schutz und die Fürsorge des Staates auf-rechtzuerhalten, sowie dem nachtheiligen moralischen Eindrücke,den das Gefühl der Abhängigkeit beim Mangel wirksamenSchutzes gegen willkürliche Behandlung zu erzeugen pflegt, ent-gegenzuwirken. Die Staatsregierung in ihrer gewerbefreiheit-lichen Verblendung allen Arbeiterverhältnissen gegenüber legtesolche Mahnungen zu den Akten. Und sie hätte doch Veranlassunggenug gehabt, dieselben zu beachten; denn am 5. September1836 kam es wiederum in der erstgenannten Fabrik zu Unruhen,indem 120 Arbeiter, denen der Dienst plötzlich aufgekündigtwar, in Verbindung mit den Zurückgebliebenen zwei Versuchemachten, durch das Dach in die Fabrik einzusteigen, um Brandzu stiften, jedoch ohne Erfolg.
Die Gesetzgebung von 1845—1849 beseitigte im Wesent-lichen alle jene kleinen Missstände der hausindustriellen Zeit,und auf den ersten Plan traten mit der Entwickelung desFabrikwesens die Kinder- und Frauenarbeit, wie sie in demAbschnitt über die Gladbacher Industrie eingehend geschildertwerden soll, und die Lohnhöhe.
Eine dauernde Verbindung unter den Arbeitern, um Arbeits-bedingungen mit den Fabrikanten zu vereinbaren, hat nirgendsexistirt; die Versuche von christlich-socialer Seite, „Erwerbs-gemeinden“ z. B. von 100—120 Webern, und von socialdemo-kratischer Seite, Gewerkschaften z. B. unter den Metallarbeiternzu gründen, sind von nur vorübergehender und völlig unter-geordneter Bedeutung gewesen. Sogar ein nur momentanesZusammengehen der Arbeiter zur Erzwingung höherer Löhnehat auf dem linken Rheinufer äusserst selten stattgefunden.In Eupen reichte 1850 der Einfluss des Revolutionsjahres nochsö < weit7^h'ss~flim Weber Strikes zu unternehmen wagten. Siestellten die Arbeit nicht alle auf einmal ein, sondern successivevon Fabrik zu Fabrik; während die einen feierten, wurdensie von den andern unterstützt; fremde Weber wurden ver-trieben. Die Strikes waren nicht alle durch höhere Lohn-