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1 (1879) Die linksrheinische Textilindustrie
Entstehung
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nach Spanien, wohin Frankreich über Land billiger ein-schmuggeln konnte als Deutschland, welches zur See 56 Frcs.Schmuggelcommission mehr zahlen musste."

Wie hat nun bei einer so ausserordentlich günstigen Ent-wickelung der Technik und der Absatzverhältnisse die Lageder Arbeiter sich gestaltet?

Die Handelskammer, nicht zu vergessen die officielle In-teressenvertretung des Fabrikantenstandes, hat hierüber einesehr trübe Ansicht; sie sagt nämlich auf Seite 7 ihres Jahres-berichts für 1866:Als die Zünfte aufgehoben wurden, warder Fabrikant der Ilaupterbe der Nachlassenschaft; ihm fielfortan aller Gewinn ungeschmälert zu, den er bis dabin mitden Zunftgenossen hatte theilen müssen; auch die Konsumentenerhielten ihren Antheil, indem sie in Folge der eintretendenKonkurrenz entweder bessere oder wohlfeilere Waaren erstehenkonnten. Nur der Arbeiter ging leer aus. Anstatt im Hauseseines Meisters, auf gleichen Fuss mit der Familie gestellt, zuleben und durch die betreffende Korporation bis an das Endeseiner Tage vor Mangel sich geschützt zu wissen, ging er nun-mehr in die Fabriken arbeiten und blieb nach erfolgter Arbeits-unfähigkeit seinem Schicksal schutzlos überlassen. Als Ersatzfür die verlorene Selbständigkeit steht ihm bestenfalls dasArmenhaus offen. Die Lage, in welcher unsere Arbeiter-

bevölkerung fortwährend sich befindet, ist eine trostlose (S. 5).Sachkundige, geborene Aachener Fabrikanten sind es, welchei dieses Urtheil unterschrieben haben, und dem Fremdling wirdjf es natürlich schwer, die Richtigkeit desselben zu prüfen. So-] viel scheint jedoch festzustehen, dass der Arbeiterstand in un-gleich geringerem Maasse als der Fabrikantenstand an der er-i höhten Productivität der Industrie theilgenoinmen hat.

Abgesehen von aller Vernichtung der handwerksmässigenSelbständigkeit, der Zerstörung des häuslichen Lebens, derschutzlosen Preisgebung an alle Wechselfälle der Krankheitenund Verunglückungen hat der Fabrikbetrieb den Webermeisterngegenüber mit der Reduction des Lohnes um ein Dritteldebutirt. Wie bereits erwähnt, beschäftigten die Fabrikantenin ihren Räumen zuerst Gesellen auf Handstühlen zu zweiDritteln des Meisterlohnes, und wenn die Meister in die Fabriktraten, mussten sie sich denselben Bedingungen unterwerfen;zwei Drittel des früheren Meisterlohnes waren also der Ausgangs-punkt der Lohnberechnung in der Fabrik. Als nun dermechanische Betrieb allgemein wurde, die hausindustrielleWeberei auf hörte und doch nur ein geringer Theil der MeisterWerkführer oder gar Fabrikanten werden konnte, da trat ansie die Nothwendigkeit immer dringender heran, in die Fabrikenzu gehen und sich hinter den Kraftstuhl zu stellen. Hier stiessensie aber auf einen bis dahin in der Tuchweberei unbekanntenGegner: auf ihre Frau und ihre Tochter; diese hatten früher