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1 (1879) Die linksrheinische Textilindustrie
Entstehung
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II. 2.

Associes und Sölme der Principale lohnende Verbindungen mitder Union anknüpften, während andere Firmen aus Unbekannt-scliaft mit den dortigen Marktverhältnissen oft nur Schadendavontrugen und genöthigt wurden, ihre Waaren unter demPreise loszuschlagen. Wieder andere traten in ein dauerndesVerhältniss zu amerikanischen Häusern, welche gegen Antheil denAbsatz besorgten; auch kam es vor, dass überseeische Grossistendie Fabrikanten in Aachen aufsuchten und direct bestellten.Die directen Geschäftsverbindungen mit der Union brachtenden grossen Häusern ausserordentliche Gewinne; aus glaub-würdigster Quelle ist mir mitgetheilt worden, dass eine AachenerFirma damals Abschlüsse von 100,000, eine andere von 40 bis80,000, ja sogar bis 86,000 und eine dritte von 60,000 Thalernjährlich erzielten; der Fabrikinspector erwähnt gleichfalls ineinem seiner Berichte an die königliche Regierung, dass einHaus in Mariaweiler drei Jahre hindurch 60,000 Thaler jähr-lich und ein Fabrikant in Aachen, der ohne Fonds begonnen,in einigen Jahren 250,000 Thaler verdient hätten. Nun wurdendie Commissionshäuser in Aachen überflüssig, und da die kleinenFabrikanten nicht so leicht Verbindungen mit den Commissions-häusern in Amerika anknüpfen konnten, verloren sie die Mög-lichkeit, das Exportgeschäft dahin zu betreiben. Die kleinerenFirmen wurden vom Absatz nach den entfernteren Märktenausgeschlossen und auf die leichter erreichbaren, namentlichauf das Inland, angewiesen. Durch Reisespesen und Auslagenaller Art erhöhten sich ihre Generalkosten, während die Export-häuser mit directen Verbindungen ihr Comptoir fast ganz ab-schaffen konnten nnd damit die Generalkosten verringerten.Immer mehr befestigten die grossen Firmen ihre Geschäfts-verbindungen mit dem Auslande und concentrirten den Exportfast ganz in ihren Händen, während die kleineren Fabrikanten,auf das Inland und die umliegenden Märkte beschränkt, eineum so heftigere Concurrenz unter einander entfalteten. DieserVerlust des Absatzes in die Vereinigten Staaten für die kleinerenFirmen und die Entstehung grosser Actientuchfabriken daselbstbewirkten, dass das amerikanische Geschäft nach 1853 wenigerlebhaft war.

Vernichtend für dasselbe wurde der Bürgerkrieg. Die Ent-werthung des Papiergeldes war eine ausserordentliche (standendoch 100 Doll. Gold = 350 Doll. Papier), uind nur wenigereiche Firmen waren in der Lage, ihre Forderungen daselbstin Rente stehen zu lassen; diese haben freilich durch derengegenwärtigen Stand die erlittenen Verluste mehr als eingeholt.Zu den misslichen Geldverhältnissen trat dann noch der Um-stand, dass die Kriegskosten schon aus finanziellen Gründendie Anregung zu höheren Zöllen gegeben und die Nothwendig-keit der Beschaffung von Militärtuchen zur Errichtung vonMilitärtuchfabriken geführt hatte, zum Tlieil durch Actiengesell-