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II. 2.
Jahre 1808 sämmtliche Verrichtungen in sich vereinigte, wareinUnicum; in den 1820er Jahren hatten nur drei Fabrikanteneine eigene Färberei. Das war noch die Zeit der reinen Haus-industrie. Seitdem wurde aber eine Arbeit nach der andernin die Fabriken gezogen; am längsten hielt sich noch dieWeberei ausserhalb derselben. Da aber hierbei vielfach Wolleund Garn gestohlen wurden, auch die Fabrikanten den Arbeitern,wenn sie dieselben in eigener Werkstätte beschäftigten, nur denGesellenlohn, d. h. zwei Drittel des Meisterlohnes, zu zahlenbrauchten, erbauten die reicheren sich geräumige Säle undvereinigten ihre Weher in denselben. Seit den 1850er Jahrenbegann dann die Ilandweherei allmählich und vorzüglich inden glatten Stoffen von der mechanischen verdrängt zu werden;sie hat sich jedoch innerhalb der Fabriken für die gemustertenStoffe erhalten, und die Gewerbezählung vom 1, December 1875ergab im Regierungsbezirk neben 185(3 Kraftstülilen noch 2910Handstühle ohne, und 2420 Handstühle mit Jacquard. DieTuchweberei ist also in der Hauptsache eine Manufactur, zumTheil sogar noch eine Hausindustrie; denn am 1. December 1877zählte man neben 9,684 Fabrikarbeitern noch 1934 haus-industrielle, welche namentlich nach Vaels, Eupen und Imgen-bruch hin wohnen; im Kreise Eupen machen letztere gar einDrittel aller Tucharbeiter aus, was darin seinen Grund hat,dass daseibst leichte Stoffe, sogen. Halb- und Kaisertücher,Stoffe für Orientalen, glatte oder wenig geköperte Stoffegemacht werden, welche den harten Schlag des mechanischenStuhles nicht vertragen.
Die Waaren genossen einen guten Ruf. Aachen lieferteglatte, schwarze, im Stück gefärbte Tücher und Kasimir,welcher in den 1820er Jahren erfolgreich mit dem englischenwetteiferte; Eupen war durch sein Schwarz berühmt; Dürenhatte derbe soffde Tücher; Montjoie machte damals unteranderen auch gemusterte Stoffe auf Jacquardstühlen. Dementsprechend waren die Gespinnste sämmtlich Streichgarne unddie Wolle, mit welcher Aachen nicht nur seinen Bezirk, sondernauch theilweise Yerviers und die belgischen Städte versorgte,wurde aus Mähren, Schlesien, Böhmen und Spanien, vorzüg-lich aber aus Sachsen bezogen und je nach Erforderniss desTuches sortirt und verwendet. Im Jahre 1833 wurden nacheiner Schätzung der Handelskammer in Aachen und Burtscheidetwa 80,000 Stück Tuch zu einem Verkaufswerth von 4 Mill.Thalern fabricirt.
Die Führung der Handelsgeschäfte 1 ) lag in der Iland derKaufleute; war ja doch um ihretwillen der handwerksmässige
0 Nemnick: Handelstagebuch, Manuscript im Besitze des Herrn Stadt-archivar Kaentzeler. — Berichte der Handelskammer von Aacken undBurtscheid seit 1833, in den Acten.
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