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1 (1879) Die linksrheinische Textilindustrie
Entstehung
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II. 2.

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beträchtlichem Gewinne bis zum Jahre 1857 fortbetriebenwurde x ).

Die schlimme Lage der Industrie wurde Veranlassung zuweitgehenden Verbesserungen der Technik; auch die Regierungsuchte durch Veranstaltung von Ausstellungen und Ver-schenkung von Tuchscher- ued Waschmaschinen das Ihrigedazu beizutragen. Vor allem war es das Appreturverfahrenund die Spinnerei, an welche sich die Einführung von Rauh-und Scher-, wie von Vorspinnmaschinen und damit der Be-ginn des Fabrikbetriebes knüpfte. Schon früh, im vorigenJahrhundert, hatten die Tuchmacher das Hauptgewicht aufdie Appretur gelegt, welche das scldiessliche Aussehen der.Stoffe bestimmt, und sich daher eigene Werkstätten errichtet jerst viel später erhoben sich an den Wasserläufen der Iioeif ]bei Montjoie und Düren, der Wester und Hill bei Eupen S'pinnj 1mühlen, die in Aachen und Burtscheid aus Mangel an anderen iTriebkräften durch Dampf in Bewegung gesetzt wurden. Eupenl \war in Folge seiner Nachbarschaft mit Verviers, wo der he- >rühmte Maschinenbauer Cockerell die Spinnmaschinen her- ,;stellte, schon früher zu deren Anwendung gekommen ; in Aachen jwurde die erste im Jahre 1821 aufgestellt und fand dann rasch ,zahlreiche Nachfolger, als Cockerell seihst dahin übersiedelte, ijIm Jahre 1833 zählte man in Aachen und Burtscheid bereits180 Assortimente, wovon 150 in steter Thätigkeit waren.Diese Spinnmühlen spannen gewöhnlich für die Bedürfnisseder eigenen Weberei, oft aber auch gegen Lohn für andereFabrikanten. In den 1840er Jahren wurde die Mulejenny ein-geführt. und die Spinnerei des Aachener Bezirks erhob sichwährend zweier Jahrzehnte zu voller Konkurrenzfähigkeit sogarEngland gegenüber. In den 1860er Jahren kamen die Selfactorsauf, die in den Tuchfabriken sehr verbreitet sind, da sie dorthochfeine Wollen, welche weniger leicht reissen, regelmässigzu eigenem Bedarfe verspinnen; für die Streichgarnspinnereierweist sich jedoch die Anwendung von Mulejennys vortheil-hafter, da die Selfactors nur durch eine Massenproduction aus-genutzt werden könnten, welche in Aachen fehlt, und weil dieErfordernisse so mannigfaltig sind, dass eine häutige völligeReinigung der Maschinen nothwendig sein würde. Neben63,694 Selfactor- giebt es 329,123 Handmule-F einspindeln imRegierungsbezirk.

Eigentliche Tuchfabriken, welche wie die heutigen denfertigenStöff- vom Garn an in ihren Räumen hergestellt hätten,gab es im Anfänge unseres Jahrhunderts nicht; das Etablisse-ment von Bernhard Scheibler in Montjoie, welches bereits im

) Der Regierungsbezirk Aachen in seinen admin. Verhältnissen 1816bis 22. Amtlich 1823. Historische Darstellung des Armenwesens derStadt Aachen 1870, S. 23.