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1 (1879) Die linksrheinische Textilindustrie
Entstehung
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'! Abends eine Glocke, auf deren Läuten alle Tucharbeiten ein-j gestellt werden mussten.

Die Weberei war also eine arbeitstlieilige Industrie,und zwar hatte sie im XIV. Jahrhundert den Zeitpunkt er-reicht, wo die Hülfsgewerbe, wie Wollwasche, Färberei, Tuch-walke, Woll- und Tuchhandel, vollständig entwickelt waren undzu gleicher Zeit die Spinnerei und Weberei noch in der Stadt betrieben werden konnten; ein Jahrhundert später wander-! teil die letzteren den niedrigeren Löhnen nach auf das Landj hinaus. Daraus erklärt sich die grosse Ansammlung von Ar-beitern wie von Capital und kaufmännischer Intelligenz, undj zwar ich betone es in der damals einzig bedeutenden Industrie, nicht im Handwerk seihst.

. Durch zahlreiche Privilegien und Zollfreiheiten bevorzugt,

T gelang es den Aachener Kaufleuten, ihre Stadt zu grosser1 Blütlie zu erheben. Aachener Woll- und Tuchhändler hatteniS 1387 in Venedig und Antwerpen kostbare Lagerhäuser mit] bequemen Aufenthaltsränmen für llandlungsreisende; ihr$ Lagergebäude wurde in letzterer Stadt das Ilaus von Aachen| genannt. Aachen selbst war der Stapelplatz des gesammten| deutschen Wollhandels; hier wohnten die Kaufleute, welche| nicht allein aus der Nachbarschaft, sondern auch aus Hessen,

| Thüringen, Naumburg bis Meissen einkauften, die Wolle nach; Hause schickten und sortiren Hessen, um sie nach Artois und- Brabant zu versenden. Und nicht allein aus diesen beiden; Gegenden, sondern auch aus andern deutschen Ländern hielten

Kaufleute in Aachen ihre Agenten, und ihr Handel gab guteAccisen. Die Arbeiter befanden sich auch wohl dabei; schonim Jahre 1135 galten die Weber als die hoffärtigsten und ver-wegensten Bursche; um ihrenunerträglichen Stolz zu de-müthigen, ersann damals ein Bauer ein Schiffchen (in Anspie-lung auf das Weberschiffchen), welches er auf Räder stellte,und von einem Haufen leichtfertigen Pöbels begleitet, zwanger die Weber, das Schiffchen nach Aachen fortzuziehen.

In der zweiten Hälfte des XIV. Jahrhunderts hatte Aachen ilden Höhepunkt seiner reichsstädtischen Blütlie erreicht; Wohl- 1stand und Bevölkerung waren bis zum XIX. Jahrhundert nie 'grösser als zu jener Zeit. So viel Arbeiter, Capital und In- Ii telligenz hatte aber sicher kein anderes Gewerbe aufzuweisenals die Tuchindustrie. Was war da erklärlicher, als dass beij den politischen Bewegungen, welche das XIV. und XV. Jahr-j hundert durchzuckten, die Tucharbeiter stets an der Spitzej standen? Ihre Macht war um so bedeutender als sie in Zünften< organisirt waren.

Seit wann in Aachen Zünfte existirt haben, ist unbekannt; ^| wob] weiss man es aber von dem Nachbarorte Burtscheid, wo !I die Art ihrer Entstehung nicht uninteressant ist. Es erhob nämlich i