Entlassung der Pilger aus der Gefangenschaft. 245
ten, die Mauern der Stadt Damiette, deren christliche Be-^s°?satzung zmn Theil schon abgezogen war und sich eingeschifftbaue, zu ersteigen; dieser Versuch mißlang indeß zum Gluckfür den König und seine Unglücksgenossen?*). In derFrühe des ersehnten Tages begab sich der Ritter Gottfriedvon Sergines in die Stadt, um die Uebergabe derselben andie Emire zu bewerkstelligen; und nachdem die Königin Mar-garethe nebst ihrem Gefolge und die gesunden Kreuzfahrer,welche in der Stadt sich noch befanden, auf die Schiffe sichbegeben halten: so wurden die Thore den Saracenen ge-öffnet, und die kranken Pilger, so wie die vorhandenen Vor-rathe und Kriegsmaschinen dem Vertrage gemäß der Obhutder Emire übergeben; worauff sehr bald die saraceni-schen Paniere auf den Thürmen der Mauer aufgepflanztwurden ^).
Die unglücklichen Kreuzfahrer erwarteten nunmehr nachder harten und angstvollen Gefangenschaft eines ganzen Mo-nates ihre Erlösung mit sehnsuchtsvoller Ungeduld; aber nochimmer schwebte die Gefahr des Todes über ihrem Haupte;denn die Saracenen waren, nachdem sie wieder in den Besitzvon Damiette sich gesetzt hatten, keinesweges geneigt, ihrenSchwur zu erfüllen. Die Truppen, welche in die Stadteiitgozvgen waren, berauschten sich mit dem Weine, welchendie Kreuzfahrer zurückgelassen hatten, mordeten im Rauschedie kranken Christen auf ihren Lägern, zertrümmerten einenTheil der Kriegsmaschinen des Königs von Frankreich underrichteten von den Leichnamen der ermordeten Pilger und
71) Abulmahasen a. a. Q.
-72) roiiiviUe a. a O. Aus derNachricht-dcli Matthäus Paris (?.7 SZ), das; ci» Theil der Christen, wel-che aus Damiette auSzogen, von denauf Berge» und i» Lbälcrn lauern-
de» Saracenen erschlagen wurde,scheint zu felge», dag nicht diestranzechristliche Bcsahung von Damiette zuSchiffe nach PioibmaiS sich begab,sondern ein Theil derselben de»' Wegzu Lande zu machen gcnothigt war.