27- Geschichte der Kreuzzüge. Buch III. Kap. xm.
redsamkeit und Vernunft auf, zur Stärkung seiner Ueber-zeugung, daß/ so schlimm auch der Ausgang dieser Unter-nehmung menschlichen Augen erschiene, er gleichwohl der beste ,
wäre, weil Gort ihn beschlossen, und nicht daran gezweifelt j
werden könnte, daß Gott die Leiber der gottlosen Wallfahrer !
durch Schwert der Türken, Hunger und Pestilenz nur in der !
heilsamen und gnädigen Absicht vernichtet hätte, ihre UN- I
sterblichen Seelen mit den schlimmem Qualen der ewigen ^
Höllcnstrafen verschonen zu können. Auch der Bischofs Otto >
von Frcysingen, welcher selbst so viele Gefährlichkeiten aufdieser unglücklichen Heerfahrt ertragen, tröstete sich mit derBetrachtung, daß durch sie, obwohl sie ihres Ziels verfehltund viel leibliches Ungemach hcrbeygeführt hatte, doch auchdas Heil vieler Seelen befördert worden H. Der apostoli-sche Vater Eugen tröstete den König Conrad mit den Wortender Schrift, baß der Herr denjenigen züchtige, welchen er ^liebe, und diejenigen bcfreye, welche auf ihn vertrauen ^).
Des Abtes Bernhard Freunde predigten dem Volke, baßdiejenigen viel beklagenswcrther wären, welche nach ihrerRückkehr wieder in ihre vorigen Sünden znrückgefallcn wä-ren, als diejenigen, welche durch den Tod in Syrien ihreSünden abgebüßt hätten und in die Unmöglichkeit gesetztwären, weiter zu sündigen. Sie erinnerten daran, daß derheil. Bernhard nicht freywillig und aus eignem Antrieb dasKreuz gepredigt habe, sondern auf Verlangen des Königsvon Frankreich und aufGeheiß des apostolischen Vaters Eugen.
Sie erzählten von Wundern, durch welcheGott schon nach dem I
q) Der Bischofs Otto >bar selbst zusolcher Ecmüchsruhc gelangt, daß ersich erst durch eine subtile dialectischoUntersuchung de» Weg zu diesem
Crgebnlst bahnte. De xcsr. Ittiä. I.Oib. I. e. 6a.
2 ) ILxisr. Lngciiit kagae ist Lonr.Uomsuor. regem l tt. c, 6r.