Die Pilgcrheere in Kleinaslen. 197
glaubten, vermehrte die allgemeine Erbitterung wider dieGriechen bey der ganzen abendländischen Ritterschaft mitjeder Wallfahrt. Bey einem kräftigen, argwohnlosen, auf-richtigen Betragen des byzantinischen Kaisers und seinesVolks gegen die abendländischen Pilger würde nicht nurniemals große Gefahr für Constantinopel vv>. d-n Kreuz-fahrten entstanden, sondern die Griechen würden selbst gro-ßen Nutzen von diesen abentheuerlichen Heerfahrten habengewinnen können; und vielleicht würde das reiche und präch-tige Byzanz niemals die schmachvolle Umwandlung seinesherrlichen Sophientempels in eine muselmännische Moscheegesehen haben, wenn die griechischen Kaiser die muthigenund kraftvollen Pilgerheere im Kampfe wider die Türkenredlich unterstützt hätten, statt aus beschränkter und kurz-sichtiger Staatsklugheit sie zu betrügen und mit schändlicherUntreue zu vcrrathen, wodurch sie selbst die Herrschaft derTürken in Kleinasien befestigen halfen. Wie leicht hätten dieTürken allein durch die Heere der Könige Conrad und Lud-wig gezwungen werden können, nicht nur ihre drohendenLager im Angesicht von Constantinopel, sondern selbst ganzVorderasien zu verlassen! Also beförderten die Griechendurch Lügen, Unredlichkeit und eine übermüthigc, hoffärtigeund falsche Klugheit selbst den Untergang ihres Reiches unddie schmachvolle Sclavercy, aus welcher doch vielleicht einstdiejenigen sie erlösen werden, deren Vorfahren so schändlichvon ihnen verrathen wurden.