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88 Geschichte der Kreuzzüge. Buchlll. Kap. V.
erlangte der Abt die Erlassung von dreyhundcrt Mark, undum die übrige Summe aufzubringen, sah er sich genölhigt,aus dem Klostcrschatze zwcy schön gearbeitete Leuchter undein goldncs Rauchfaß zu verkaufen, für deren Wiedererstat-tung in drcy Iabren er seinem Kapitel Bürgen stellen mußte;und andern Klöstern wurden nicht minder schwere Lastenaufgebürdct. Wenige Fürsten und Ritter verpfändeten, wiezur Zeit der ersten Wallfahrt so viele, ihre Lehen und eignenGüter, um znsammcnzubringen, was ihre und ihres VolkesWüstung heischte. Darum wurden auch diese Wallbrüdecvon denen, welche durch sie bedrückt wurden, beschuldigt,daß sie nicht, wie die Kreuzfahrer in der alten guten Zeit,nur Gott und ihres Gelübdes eingedenk wären, sonder» ihrheiliges Gelübde nur als Deckmantel gewalcthätigcr Bcdrük-kungen und Erpressungen gebrauchten.
Auch in vielen der deutschen Pilger erkaltete der Eiferfür das heilige Grab, viele fingen an, nachdenklich die Ge-fahren der Unternehmung in Erwägung zu ziehen, zu wel-cher sie, durch Bernhard's und des Abtes von Ebcrach feurigeBeredsamkeit hingerissen, zu rasch sich verbindlich gemacht.Eine große Zahl von Pilgern aus Bremen, Westphalen undden Rheinländern, um wenigstens den Gefährlichkeiten desWeges zu Lande durch das griechische Reich und die türki-schen Lander in Kleinasien zu entgehen, sagte sich von demHeere des Königs Conrad los und beschloß, über das Meernach dem heiligen Lande zu fahren Der Graf Adolf vonSchauenburg und Holstein und viele sächsische Bischöffe undLandherren aus den niederelbisehen Ländern, selbst der ju-gendliche Herzog Heinrich der Löwe, wiewohl sie mit Rüh-
8) Ilelnl. cjitv.i. LIilvoi. e. 61. S. S8g. S. unten Ktip. IX.