Die Kreuzpredigten in Frankreich. 6i
nung der Juden; er erinnerte die Schwärmer daran, daß-die Kirche viel glanzender über die Juden siege, wenn sietäglich sie ihres Jrrrhums überführe und bekehre, als wennsie mit Einem Male durch die Schärfe des Schwerts sievertilge, und daß von den Vätern der Kirche das Gebetfür dieses verblendete Volk, welches am Charfreytage vomMorgen bis zum Abend dargebracht wird, daß Gott derHerr die Decke von den Herzen der Juden nehmen möge,damit sic das Licht der Wahrheit erkennen mögen, nicht ge-boten seyn würde, wenn Gott ihren Untergang und ihr Ver-derben wollteer schrieb an den Erzbischofs Heinrich vonMaynz, welcher ihn um seinen Veystand zur Unterdrückungdes von dem Mönch Radulph in seinem Sprengel angestif-teten Frevels und Wiederherstellung seiner durch den Unge-horsam des Mönchs und dessen Mordgenossen gegen seineVerbote gekränkten erzbischöfflichen Würde gebeten, einenBrief voll Empfindungen der heftigsten Betrübniß über sol-chen Gräuel, und des bittersten Unwillens über den Mönch.Er verdammte es, daß Radulph eigenmächtig dieEinsamkeit seines Klosters verlassen und des Lehramts sichangemaßt habe, und, den Pflichten seiner Regel entgegen,in aufrührerischem Ungehorsam gegen die Gewalt der Bi-schöffe, sich im Getümmel der Städte umhertreibe und dieeinfältigen Christen zum Mord und Tvdschlag verführe
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