Z4 Geschichte der Kreuzzüge. Buch III. Kap.II.
I. Chr.
entsprechen. Viele Ritter beschlossen jetzt, sich für das hei-lige Grab zu waffnen, dessen seit längerer Zeit nur wenigegedacht hatten; manche, um durch tapfcrn Kampf für Gottsich von der Sünbcnschuld zu reinigen, von welcher ihr Ge-wissen geängstigt wurde. Denn der Geist des edeln Rittersthums war damals entartet und Ordnung und Sitte entwi-chen. Zu Plünderungen von Kirchen und Klöstern, Berau-bungen von Witwen und Waisen, Priestern und Mönchen,und zu andern Gräueln mißbrauchten die Ritter die Waffen,welche sie zur Vertheidigung des Glaubens, der Kirche undaller Unterdrückten und Wehrlosen empfingen Wider-standen aber viele noch so lange den Büßpredigten recht-schaffener und frommer Geistlicher, so trat doch endlich ihrGewissen in seine Rechte und ihre Reue war desto schmerzli-cher, je länger sie unterdrückt worden.
In einer solchen Stimmung war zu dieser Zeit selbst derjugendliche König Ludwig Vit. von Frankreich. In derFehde wider den Grafen Thibaut von Champagne, welchedurch die zwiespältige Wahl im Erzbisthum Bourges veran-laßt worben, hatten die königlichen Schaarcn mit allerWildheit erbitterter Krieger die Champagne verwüstet, unddem von dem Papst eingesetzten Erzbischofs Peter, welchender Graf Thibaut wider den König beschützte, blieb keineandre Rettung gegen den Zorn des Königs, als die Flucht
2 ) Daher nennt der hett. Bernharddas damalige Nittcrthum: no„ mi-
Lp. z6z. II. 5. I>. 3- Wie es die
Ritter in Frankreich damals trieben,kernt man unter andern aus der Le-bensbeschreibung LeS Abtes Guibertvon Nogent le Nvlrou (lVIouscäieo»ive cto vila sua,) In der Ausgabe sei-ner Werke von d° Achery, welcher im
> 2 . Iahih. schrieb, besonders aus demdritten Buchs. Aber freylich siehtman auch dort an dem Beispiele desBischoffS Galrich von Laon, der inseinem Münster einen seiner Feilidedurch zwev Ritter meuchelmördccischumbringen liest, daß nicht immerdie Bischöffe die Besserung der Rlr-ter sich angelegen seyn liehen.