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Belagerung von Schweidnitz.
arbeiten. Er hatte nur 15 Ingenieure unter sich, meistensunerfahrene Männer'), und besaß von der durch den Königselbst erbauten Festung nicht einmal einen Plan.
In der Nacht vom 7. zum 8. August wurden die Lauf-gräben eröffnet und der Hauptangriff sehr fehlerhafter Weisegegen die stärkste Stelle, das Jauernickcr Fort, gerichtet.Die Gegenwehr war tüchtig und mehrere Ausfälle hindertendie Arbeiten der Belagerer. Weil indessen die Festung ge-gen eine regelmäßige Belagerung nicht zu halten war, sohatte der Hofkrkcgsrath dem General Guasco gestattet dieFestung unter Bedingungen zu übergeben. Dieser erbot sichden 22stcn vergeblich dazu, gegen freien Abzug der Besatzungmit allem Geschütz und kaiserlichem Eigcnthume; als dasabgclehnt wurde, ebenso vergeblich dcnL8. August gegen Ab-zug der Besatzung ohne Geschütz, am 12. September gegenfreien Abzug mit 'dem Versprechen, während eines Jahresnicht zu dienen; auch das wurde nicht angenommen, indemder König durchaus wollte, daß die Besatzung sich kricgs-gefangen ergäbe. „Sie werden nichts finden," schrieb Guasco,„als vollgestopfte Hospitäler, fast leere Magazine, die Stadtzerstört und die Festung außer Vcrthcidigungsstand." Nocherbot er sich den 14. September zur Ergebung auf Kriegs-gefangenschaft, doch gegen Auswechselung. Der König wolltedie unter den Ocsterrcichcrn befindlichen Ucberläufcr nicht alsGefangene angcsehn wissen und nicht zugcben, daß ein Os-ficier an Daun geschickt wurde, um dessen Genehmigung ein-zuholcn. Es wurde zwischen Belagerern und Belagerten 49Tage hindurch mit großer Anstrengung durch cindringendcsWasser und häufige Ausfälle, hauptsächlich ein unterirdischerKrieg durch Minen und Gegenminen geführt, der viel Zeitkostete und wobei Gribcauvals überlegene Geschicklichkeit dieVersuche des Majors Lcfcbvre großenthcils vereitelte oder er-folglos machte.
I) Wie armselig es damals mit den Zngenieureorps in Deutsch-land stand, zeigt Mauvillon im Leben Ferdinands von Braun-ichweig II. S. 291 ff. Außer dem Grafen von der Lippe verstand imHeere des Prinzen Niemand den Bclagerungsdienst, im Heere des Kö-nlgs wahrscheinlich nur der König selbst.