252 Buch Vlll. Neuntes Hauptstück.
Waffenthat eine Medaille prägen, ebenso der König einemit dem Bildnisse Heydens und Werners, um das Andenkenan den wohlverdienten Ruhm dieser Männer bis auf diespäteste Nachwelt zu bringen').
Unterdessen hatten die Russen, welche an des krankenSoltikof Stelle Fermor befehligte, unthätig bei Herrnstadtgestanden. Vergeblich suchte sie Daun nach Schlesien zuziehen. Endlich, nach sicbcnwöchentlichcn Verhandlungen,wurde beschlossen, Romanzof solle mit einer Division aufdem rechten Odcrufer nach Krossen, — Tottleben, Czcrnitschcwund Fermor mit 2 Divisionen, unterstützt von 18—20,MMann unter Lasch, auf dem linken Oderufer Legen BerlinVordringen.
Tottleben eilte mit 8 Reiterregimentern, 2000 Grena-dieren und 20 Kanonen voraus. Der Commandant vonRochow, welcher das nur mit 3 Bataillonen besetzte, weit-läufige Berlin nicht vertheidigen zu können glaubte, wolltees räumen; aber der alte Fcldmarschall Lehwald, Scidlitzund mehrere andere Officiere, die sich zur Heilung ihrer beiKunncrsdorf erhaltenen Wunden hier befanden, bestimmtenihn zur Verthcidigung der Stadt, trafen .dazu eiligst Ver-anstaltungen und riefen von allen Seiten Verstärkungenherbei. Am 3. October stand Tottleben vor Berlin, be-schoß es und griff.die aufgeworfenen Schanzen an, wurdejedoch abgeschlagen und zog sich, als ^er vom Herannahender Hülscnschcn Hccresabthcilung hörte, nach Köpnick zurück.
Der Prinz von Würtemberg wollte eben mit dem Ge-neral Werner, der von Kolberg zu ihm gestoßen war, dieSchweden über die Peene zurückwerfen, als er von der Gefahrder Hauptstadt hörte, worauf er den unternehmenden OberstenBclling mit 3000 Mann gegen die Schweden zurücklicß undmit 6000 Mann nach Berlin eilte. Am 7. October griffennun Czernitschew und Tottleben vereint Berlin auf beidenSeiten der Spree an, fanden aber muthigen Widerstand,und nun kam Hülsen an. Dieser hatte sich seit dem Wcg-
I) Schreiben des Königs an Heyden vom 22. März 1761 beiSchöning Siebenjähriger Krieg 111. S- 25.