Unternehmungen zur Rettung Schlesiens. 243
don zu finden. Soltikof war daher sehr unwillig, als ernicht diesen, sondern den Prinzen Heinrich in der Nähetraf. Mit großer Mühe wurde er davon abgehaltcn, so-gleich nach Polen zurückzukehren, und bewogen, noch einigeTage in der Nähe Breslaus zu verweilen.
Der König wollte noch vor dem Unfälle Fouqucs dieElbe verlassen. „Ich muß," schrieb er schon am 9. Juniseinem Bruder Heinrich, um ihn zu crmuthigcn, „et-was Entscheidendes unternehmen und das Uebrige dem Zu-falle überlassen. Gegen verzweifelte Uebel helfen nur ver-zweifelte Mittel. Ich bin nicht auf Rosen gebettet')." Aufdie Nachricht von dem Rückzuge Fouque's gegen Breslauging er, nach sehr geschickten Bewegungen um das zu ver-bergen, unterhalb Meißens auf das rechte Elbufcr über, um 15- 2uniLascy, welcher dort abgesondert stand, anzufallen und Daun,wenn er ihn unterstützen wolle, zu schlagen. Dann hoffteer, den 25sten in Schlesien zu sein und Fouque zu verstär-ken. Allein Lascy wich dem Stoße aus. Der Anschlagmißlang. Es mangelten dem König über die Stellung derOcsterreicher zuverlässige Nachrichten, welche dem feindlichenGenerale dagegen über das preußische Heer nicht fehlten. Erschte zur Ermunterung seiner Truppen 10V Ducaten auf jedeeroberte Kanone, 50 auf jede Fahne und 40 auf jede Stan-darte, welche auch seitdem immer ausgczahlt worden sind.
Am ersten Tage nachdem er von dem Unglücke bei Landshuterfahren, war er sehr erschüttert; am zweiten war er wiedergefaßt. „Wenn die Türken sich in Bewegung setzen," schrieber seinem Bruder, „sind wir gerettet, wo nicht, verloren."
Er spornte diesen an, die Feinde anzugreifen und zu schla-gen. „Ich glaube, daß Du in Verlegenheit bist; ich bin esnicht weniger')." Er hatte das Reichsheer, mit Daun über80,000 Mann stark, gegen sich. Entschlossen Schlesien zuretten, ließ er Hülsen mit 11—12,000 Mann in Sachsenzurück und marschirte im Anfänge des Juli gegen Bautzenhin. Daun war ihm indessen auf dem kürzer» Wege vonDresden vorausgeeilt; der König griff persönlich dessen Nach-
1) Bei Schöning Siebenjähr. Krieg II. S. 317.
2) Bei Schöning Siebenjähr. Krieg II. S. 342.
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