Kleiner Krieg in Sachsen.
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die Vorsicht zu weit treibt, wird sie Zaghaftigkeit und kanngroßes Unglück anrichten. Fasse Dich also um Gottes wil-len und gib Acht, daß Du unter den jetzigen Umständen denKopf nicht verlierst^)." Der Prinz nahm das sehr übelund erwiderte: er thue seine Pflicht und habe zu viel Zeu-gen, um die Ungerechtigkeit zu fürchten, und Muth ge-nug, um die Verleumdung zu verachten^). Der König sahwohl ein, er müsse selbst nach Sachsen gehen, wenn dortetwas Entscheidendes geschehen solle. Als die Russen EndeOctober gegen Hcrrnstadt zogen, schickte er den General Hül-sen mit 15,000 Mann nach Sachsen, worauf Daun, besorgtfür seine Verbindung mit Böhmen, nach Dresden zurück-ging, wohin ihm der Prinz, nun 45 — 50,000 Mann stark,folgte. Der König ging sogleich, als die Russen ihren wei-teren Rückmarsch antraten, im Anfänge des November nachSachsen, vereinigte sich den 14ten unfern Meißen mit demHeere seines Bruders und griff sogleich den Nachtrab desnach Dresden zurückziehenden Daun mit glücklichem Erfolgean. Er fand darauf die Ocstcrreichcr in einer unangreif-baren Stellung bei Dresden. Der Besitz Sachsens war ihmvon der größten Wichtigkeit; deshalb mußte er Dresden wic-dererobern, und um das zu können, Daun zu einer Schlachtoder zum Rückzuge nach Böhmen nöthigen. Der PrinzHeinrich und Fink waren nun der Meinung, Daun suchenur auf eine anständige Art Sachsen zu verlassen; der Kö-nig aber, welcher gern auf das Acußerstc ging, wollte ihndazu auf entscheidende Weise zwingen und sein Heer da-bei wo möglich aufreiben, dann Dresden wkedererobern.
Er befahl daher dem General Fink mit seiner Heercsabthei-lung sogleich nach Maxen in den Rücken Dauns zu mar-schiren, um diesem seine Verbindung mit Böhmen abzu-schneiden und ihn so zu nöthigen Dresden aufzugeben. Finkmachte Vorstellungen gegen ein so gefährliches Unternehmen.
Der König nahm das übel auf und wiederholte seinen Be-fehl mit den Worten: „Er weiß, ich kann die Difficul-täten nicht leiden. Mach' Er, daß Er fortkommt." Fink 17. Nov.
1) Bei Schöning 11. S. 176, 177.
2) Daselbst S. 179.