Buch VIII. Siebentes Hauptstück.
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hin ausruhcn; denn die Ocstcrrcichcr wollten auf ihn dieganze Last des Krieges übertragen. Er könne nichts unter-nehmen ohne Geld, Menschen, Lebensmittel und Pferde,an alledem mangele es ihm'). Daun hatte ihn nur mitder größten Mühe bewogen über die Oder zu gehen. Lau-don, der kein Hofmann war, gericth mit ihm in lebhaftenZwist. Vergeblich reizten die Franzosen zum Marsche aufBerlin. Soltikoff wendete sich endlich nach Licberose gegendie Lausitz hin. Der König blieb ihm zur Seite und standin Waldau 1 ^ Meile von ihm. Als Haddick die unthäti-gcn Russen verließ und nach Sachsen ging, um mit deinRcichshccre Dresden zu bedrohen, schickte der König ihmsogleich 10,000 Mann unter Fink nach. Jetzt sing zuerstneue Hoffnung den König zu beleben an. Er schrieb seinemBruder Heinrich am 1. September: „Ich verkündige Dirdie Wunder des Hauses Brandenburg. Während der Feindüber die Oder gegangen war und mit einer zweiten Schlachtden Krieg endigen konnte, ist er nach Müllrose und von danach Licberose marschirt, ich nach Waldau, wodurch ich ihnvon dem Theilc der Lausitz abschneidc, welcher ihm Lebens-mittel lieferte." Er wußte noch nicht, welchen Weg dieRussen nehmen würden, und besorgte deren Vereinigung mitDaun. Ucbcr Wunsch's Thätigkeit in Sachsen war er sehrerfreut und darüber, daß die Franzosen hinter den Mainzurücklicfen^). Nachdem die Russen wieder 14 Lage un-thätig bei Licberose gelegen, und da auch Daun, immer be-sorgt vor dem Prinzen Heinrich, fast nichts that, als daßer etwa 7 Meilen bis Sorau vorging, so zogen sich dieRussen, darüber unzufrieden, langsam über Guben gegenGlogau. Der König kam ihnen, obwol er im Bogen mar-20 . Scpt.schiren mußte, bei Glogau zuvor; dann schrieb er an Fou-que: „Ich leide es durchaus nicht, daß man Glogau bela-gere, eher schlage ich mich; cs komme daraus, was da wolle!"').Die Russen, welche kein Belagerungsgeschütz hatten und ver-langten, die Oesterreichcr sollten vorher ebenfalls eine Schlacht
1) No ntnloinb ert II. p. 66.
2) Bei Schöning II. S. 116.
3) Bei Schöning II. S. 157.