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5 (1854) Von 1756 bis 1763
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195
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Erpressungen in Sachsen u. Anhalt. 195

der König mit weniger Schonung als früher. Mehrere Mi-nister und Räthc, welche bei der königlich-polnischen Familiein Dresden lebten, wurden von ihm nach Polen verwiesen.Alle diejenigen seiner Unterthanen, welche an ihren Güternund Vermögen in Preussen Verlust erlitten hatten, wurdenaufgefordert denselben anzugeben, damit es aus dem Ver-mögen und den Gütern der sächsischen Minister ersetzt würde.Das dauerte auch dann noch fort, als die Russen den Be-schlag aufgehoben, mit dem sie die Güter einiger aus Preussengeflüchteten Beamteten belegt hatten').

Die kleinen anhaltischcn Fürstentümer, Dessau, Bern-burg und Zerbst, mußten 360,000 Thlr., 2200 Rekrutenund 1600 Pferde liefern, weit mehr als das Dreifache vondem, was 50 Jahre später Napoleon von ihnen als Rhein-bundsländern forderte. Der König befahl, daß hier ohnealle Schonung mit der größten Strenge verfahren würde;nur das Fürstenthum Köthen, dessen Fürst in preussischenDiensten gewesen war, wurde milder behandelt. Dem jun-ge» Fürsten Franz von Dessau, dessen Vater, Groß- undUrgroßvater und zwei Oheime preussische Fcldmarschälle ge-wesen waren, ließ der König, dem er seinen Regierungs-antritt angezeigt hatte, sagen: er wolle ihm die erste Lectionseines Gouvernements geben, welche darin bestände, einenmächtigen Nachbar zu menagiren und diejenigen zu respecti-rcn, durch welche sein Haus bis dato fein Glück gemachthätte. Er erließ demselben dann aus sgsrä von den zustellenden Rekruten 200 Mann, woraus er einen sots ttögensrosits machte").

Natürlich wurde auch das Meklenburg-Schwerknsche nochweniger geschont als früher, und überall, wohin Preussen unddessen Verbündete im Reiche kamen, starke Kriegssteuern er-hoben. Wo cs nur irgend möglich war, wurden Werbeplätzeangelegt, welche viel Zulauf hatten, weil der Mann 10 Thlr.

1) Deutsche Kriegßkanzlei vom I. 1758 LH. III. S. 872 und vor-züglich die Kurzgefaßte Nachricht von den preussischen Bedrückungen dersächsischen Lande, D. Kr. vom Z. 1759 LH. II. S. 20 ff.

2) Die Aktenstücke in der Generalstabsgeschichte des siebenjährigenKrieges III. S. 14 genauer als die Angabe bei Retzow II. S. 21.

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