Druckschrift 
5 (1854) Von 1756 bis 1763
Entstehung
Seite
185
Einzelbild herunterladen
 

Rückzug der Schweden. Winterquartiere. 185

langt und erhalten. Der General Lantingshausen befehligte!! die Schweden, als Dohna aus Sachsen zurückkehrte und sie,mit Manteuffel vereinigt, durch keckes und geschicktes Vor-gehen nöthigte sich nach Stralsund zurückzuziehcn. Anklaml und Demmin ergaben sich den Preussen bald. Die Schwe-den verloren dadurch und durch Verlust mehrerer Posten, welche^ ihre Winterquartiere sichern sollten, noch 3000 Mann.

! Der König richtete für das Heer seines Bruders Hein-rich die Winterquartiere in Sachsen, für das seinige in Nic-derschlcsien ein. Fouque nahm sie in Oberschlesien. Denalten ihm seit langer Zeit ungemein verhaßten österreichischenFeldmarschall von Seckendorf, welcher in Meuselwitz auf sei-nem Gute seit dem Ausbruche des Krieges unaufhörlich po-litische und kriegerische Entwürfe an die kaiserlichen Ministeri und Generale geschickt hatte, ließ er im Deccmber aufhcben.

Ein Großneffe desselben beschäftigte den dazu abgeschicktcnI preußischen Officier mit Tokaier hinlänglich, um unterdessenI seines Großoheims Papiere verbrennen zu können, nach dc-^ nen der Officker nicht fragte. Seckendorf wurde noch im^ Fahre 1759 gegen den Prinzen Moritz von Dessau ausge-s wechselt, welcher schwer verwundet bei Hochkirch gefangenwerden war und im April 1760 einer furchtbaren Krankheiterlag').

Drei Jahre hindurch war der Krieg mit großer Ueber-macht gegen Preussen geführt, elf Schlachten waren geschla-gen, Deutschland großentheils verwüstet und ausgesaugt, unddennoch kein entscheidendes Ergcbniß herbcigeführt worden.^ Friedrich war immer noch unbesiegt und außer den cntfern-

' ten und unvcrtheidigten Provinzen Ostpreußen und Kleve

hatte ihm noch nichts entrissen werden können, während erSachsen, Meklenburg, das schwedische Pommern und Anhalt,wie einige westfälische Länder eingenommen hatte und alseroberte Länder behandelte.

1) Seckendorfs Leben II. S. 382 und Orlichs Moritz von DessauS. 146.