Druckschrift 
5 (1854) Von 1756 bis 1763
Entstehung
Seite
184
Einzelbild herunterladen
 

Dieser hatte 6000 Mann bei Landshut zur Beobachtung derOcsterreicher unter Harsch zurückgclassen und war mit demübrigen Heere über Schweidnitz nach Sachsen aufgebrochen,Daun suchte durch Haddick Torgau zu nehmen, um das An-rücken Wedells zu verhindern. Die kühne Entschlossenheitdes Obersten Grolmann, der mit 600 Mann und einer Ka-none von Torgau aus d^n Oesterreichcrn cntgegcnging, diesestutzig machte, Zeit gewann, dann einige Unterstützung durchdie ersten Truppen des heranrückendcn Wedel! erhielt, retteteden für den Ucbcrgang über die Elbe so wichtigen Platz.Der Graf Dohna war seit dem 31. October ohne Ruhetagvon Stargard über Stettin und Berlin marschirt und stießden 1-4. November in Torgau zu Wedcll. Als sic am fol-genden Tage gegen Haddick aufbrachcn, wich dieser über Col-ditz nach Penig zurück. So wurde auch Leipzig befreit, wel-ches die Ocsterreicher und Reichstruppcn eingeschlossen hatten.Das Reichsheer ging über Chemnitz nach Franken in dieWinterquartiere, Daun zugleich langsam nach Böhmen zu-rück. Der König erfuhr das den 17. November vor Bautzenund ließ den größten Theil seines Heeres unter dem Mark-grafen Karl in der Oberlausitz stehen, um dort, so lange Le-bensmittel vorhanden wären, zu bleiben, dann in Schlesiendie Winterquartiere zu beziehen. Er selbst ging mit den67000 Mann, welche ihm sein Bruder Heinrich den 21. Oc-tober in Bautzen zugeführt hatte, nach Dresden, wo er den20. November ankam. Den General Dohna schickte er gegendie Schweden zurück. Diese waren bis dahin mit ihrenuneinigen Befehlshabern vom General Mantcuffel und dessen5000 Mann im Schach gehalten worden und wagten nicht,diesen anzugrcifen. Ein Regiment Dalekarlier weigerte dasgeradezu, und als General Hamilton den zehnten Mann der-selben.erschießen lassen wollte, standen mehrere Regimenter aufund befreiten die Gefangenen'). Dann räumten sic ausMangel an Lebensmitteln die Uckermark und zogen sich nachAnklam zurück. Hamilton hatte aus Verdruß über die Wi-dcrspänstigkcit der Unterbefchlshabcr seine Entlassung ver-

1) Der König an Prinz Heinrich bei Schöning I. S. 269.